Unternehmer Jörg Blin hat viele Ideen und verlegt Produktion in die Kreisstadt

„Wheelguard“ für Windräder?

Gibt es das Patent des „Wheelguard“ bald auch an Windrädern? Jörg Blin verhandelt mit einem Unternehmen, das eine Lizenz erwerben möchte.
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Gibt es das Patent des „Wheelguard“ bald auch an Windrädern? Jörg Blin verhandelt mit einem Unternehmen, das eine Lizenz erwerben möchte.

Wildeshausen – Solche Unternehmer wünscht sich die Stadt Wildeshausen: Jörg Blin, Erfinder des Zapfsystems „Beer Buddy“ und des intelligenten Radbolzens „Wheelguard“, möchte im ersten Quartal des kommenden Jahres seine Produktion in die Kreisstadt verlegen. Er hatte sich für eine 3 800 Quadratmeter große Gewerbefläche an der Böttcherstraße in Wildeshausen beworben und bekam nun die Zustimmung der Stadt.

Der Vertrag ist zwar noch nicht beurkundet, dennoch hat Blin bereits den Architekten beauftragt, eine Gewerbehalle zu entwerfen. Dann soll der Bauantrag gestellt werden, damit die Produktion möglichst schnell in Wildeshausen anlaufen kann. „Ich möchte dort eine Halle mit rund 775 Quadratmetern Fläche errichten“, so Blin. „Zudem soll es Erweiterungsmöglichkeiten geben.“ Sobald das neue Domizil steht, will der 50-jährige Unternehmer sein angemietetes Büro mit angeschlossenen Räumen an der Ahlhorner Straße verlassen. Auch die Produktion des „Beer Buddys“, bislang in Apen, kommt dann in die Kreisstadt.

Was seine Erfindungen betrifft, hat Blin einige Pläne. Vor wenigen Monaten konnte er den „Beer Buddy“ bei Aldi als „Highlight der Woche“ platzieren (wir berichteten). „Das ist gut gelaufen“, berichtet der Tüftler. „Die Leute haben danach unglaublich viel Zubehör wie Gläser und Kohlendioxidkapseln bestellt“, freut er sich.

Nun ist es denkbar, dass die Anlage im kommenden Jahr vor der (verschobenen) Fußball-Europameisterschaft bei einem anderen Discouter angepriesen wird. Noch ist jedoch nichts spruchreif.

Für den „Wheelguard“ öffnen sich unterdessen viele neue Verwendungsmöglichkeiten. War das Patent, das Blin zusammen mit Felix Rennies entwickelt hat und das unter der Produktgruppe „Befestigungsmittel“ geführt wird, ursprünglich dafür gedacht, bei sich lockernden Radmuttern eine Alarmmeldung auf ein Smartphone zu senden, gibt es nun weitere Interessenten. So ist ein Windenergieanlagenhersteller an den Wildeshauser Erfinder herangetreten, um eine Lizenz zu erwerben. Geplant ist laut Blin, an 220 Anlagen mit jeweils 18 Sensoren die Rotorblätter zu überwachen. Sobald sich dort etwas lockern würde, gäbe es einen Alarm an die Zentrale, um größere Unglücke wie das Herabfallen der tonnenschweren Flügel zu verhindern.

„Das System ist eigentlich überall einsetzbar“, preist Blin sein Produkt an. So habe ein anderer Interessent angefragt, ob es bei Pferdeboxen installiert werden könnte. Wenn sich beispielsweise jemand unerlaubt an der Stalltür zu schaffen macht, würde sofort ein Alarm abgesetzt. „Das funktioniert natürlich auch als Einbruchsschutz am Wohnhaus“, sagt Blin. „So könnte bei einem unerlaubten Eindringen nicht nur alarmiert, sondern auch eine Kamera gestartet werden.“ Sein System sei deutlich günstiger als viele herkömmliche Einbruchsschutzvorkehrungen. Es sei außerdem viel einfacher zu installieren.

Für neue Erfindungen hat Blin aktuell keine Zeit. „Wir sind mit den laufenden Projekten voll ausgelastet“, sagt er. Im Wildeshauser Domizil sollen weitere Arbeitsplätze entstehen. Wie viele, kann der Tüftler aber noch nicht sagen. Der Bedarf sei oft projektbezogen, betont er.

Von Dierk Rohdenburg

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