Wettkampf der Pastoren

Lars Löwensen und Ludger Brock beweisen ihr Gildewissen

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Lars Löwensen (links) und Ludger Brock lieferten sich einen fairen und humorvollen Wettkampf.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Klar, jeder Wildeshauser kennt die Schützengilde, ihre Traditionen, Sitten und Bräuche. Aber wer ist ein richtiger „Gildexperte“? Diese Frage klärt unsere Zeitung, in dem sie namhafte Gildebrüder zum Quiz bittet. Es geht um fünf Fragen, die fett gedruckt sind.

Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt. Heute mit dem evangelischen Pastor Lars Löwensen und dem katholischen Pastor Ludger Brock.

Schon bevor die erste Frage gestellt wird, versichern sich die beiden humorvollen Pastoren göttlichen Beistands. „Gelobt sei Jesus Christus“, fängt Brock an, und Löwensen bringt das Stoßgebet mit „In Ewigkeit, Amen“ zu Ende. Gelebte Ökumene könnte man sagen.

Los geht‘s: Wie viele Kompanien gibt es, und wie heißen sie?

Beide fangen sofort an, zu schreiben. „Die sind ja alle bei mir um die Ecke“, freut sich Brock. 20 Sekunden später legt er den Stift weg. „Fertig! Kann ich abgeben?“ Löwensen guckt etwas entsetzt. „Was?“ Brock raunt: „Soll ich dir helfen?“ 

Das Angebot würde der evangelische Pastor gerne annehmen, aber geschummelt wird hier nicht, schließlich geht es um den Titel des „Gildexperten“. Und der erste Punkt geht an Brock, der die Ratskompanie sowie die Kompanien Cornauer Tor, Westertor und Huntetor notiert hat. Löwensen ist auf Königskompanie, Huntetor und Westertor gekommen.

Zweite Frage: Die Gilde ist angeblich 1403 gegründet worden. In welchem Jahr feiert sie ihre 725-Jahr-Feier?

„Oah, jetzt müssen wir rechnen“, klingt Brock wenig begeistert. Dann: Schweigen. Man kann die zwitschernden Vögel draußen im Garten hören. Beide Pastoren blicken konzentriert auf ihre Zettel. „Wann war denn die 600-Jahr-Feier?“, sinniert Brock. Löwensen lacht leise vor sich hin. Ob verzweifelt oder glücklich, bleibt unklar. 

Wenige Sekunden später haben beide eine Zahl notiert. Und zwar jeweils richtig, nämlich 2128. „Ich habe gerechnet“, erklärt Brock. „Wir haben dieses Jahr das 615. Gildefest, minus 725, plus 2018.“ Wieder Schweigen im Raum. Scheint nicht der einfachste Lösungsweg zu sein, aber es hat funktioniert. Brock führt weiter mit 2:1 gegen Löwensen.

Nun kommt es auf Textsicherheit an: Schreiben Sie die erste Strophe des Wildeshauser Liedes auf!

Brock wirft sofort die Flinte ins Korn. „Ich hab‘s geahnt. Ich kann nur mitsingen, wenn ich den Text hab‘.“ Löwensen summt erst vor sich hin und singt dann: „Im schönen Oldenburger Lande, da steht ein Städtchen friedlich still. Man nennt es stets nur das alte...“ Beide summen die Melodie inzwischen gemeinsam, aber mehr Text kommt nicht dabei herum. „Die dritte Strophe ist die mit den Gaststätten“, weiß Löwensen noch beizusteuern. Aber es reicht schon. Der Punkt geht an ihn. Ausgleich!

Nun kommt es darauf an, wer als erster antwortet: Wer ist der aktuelle König?

„Tonn“, ruft Brock. Nur Sekundenbruchteile später sagt Löwensen „Andreas Tonn, kompletter Name bitte“. Da sich keine Einigkeit über die Wertung herstellen lässt, muss eine Entscheidungsfrage, nämlich wer der aktuelle Schaffer ist, Klarheit bringen. Und hier hat Löwensen die Nase vorn. Noch bevor die Frage zu Ende gestellt ist, bricht „Andreas Müller“ aus ihm raus. „Da hab‘ ich das Kind getauft!“ Also führt Löwensen mit, sagen wir einem halben Punkt. Es steht 2,5:2 vor der letzten Frage.

Nennen Sie drei Generäle der Gilde!

Ohne viel Federlesens machen sich die Pastoren ans Schreiben. „Dürfen‘s auch mehr sein?“, fragt Brock. Nein, drei reichen. Nach ein paar Sekunden sind beide fertig. „Ich hab‘ Jens Kuraschinski, Kian Shahidi, Franz Duin und Manfred Rollié“, so Löwensen. Als ob sie sich abgesprochen hätten, hat Brock genau dieselben Namen in gleicher Reihenfolge.

3,5:3 für Löwensen lautet das Endergebnis. Beide haben sich nichts geschenkt. Bevor es zur Siegerehrung kommt, wirft Brock in den Raum: „Wir sind ja beide für Ökumene.“ Löwensen nimmt den Einwurf gerne auf. „Ich würd‘ sagen, es war Gleichstand“, meint er. Und so gratulieren sich beide Pastoren zum Titel „Gildexperte“.

Im Laufe der Woche befragt unsere Zeitung noch weitere namhafte Gildebrüder.

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