Kritik an falsch parkenden Autos

Camper: „Wetter und Jahreszeit spielen für uns keine Rolle“

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Viola und Bernd Fuhler samt Hund an ihrem nicht gerade alltäglichen Wohnmobil.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Das Thermometer steht derzeit einstellig über den Gefrierpunkt. Das aber ist für Wohnmobilisten kein Grund, auf Touren zu verzichten. Wir haben den Stellplatz in der Kreisstadt besucht, um zu erfahren, wie die Gäste mit diesem zufrieden sind.

„Wetter und Jahreszeit spielen für uns keine Rolle“, erzählt Bernd Fuhler (62) aus Düsseldorf, der mit seiner Frau Viola und seinem Hund für eine Nacht Station in Wildeshausen gemacht hat. „Ihr habt hier ja tolles Wetter, da können wir draußen frühstücken“, sagt seine Ehefrau, die gerade mit frischen Brötchen vom Bäcker kommt. „Wir mögen den Norden ohnehin sehr gern.“ Zwar habe sie noch nicht viel von der Stadt gesehen, aber das, was sie schon in Augenschein genommen habe, habe ihr sehr gut gefallen.

„Wir sind zum ersten Mal auf diesem Platz. Aber ich muss sagen, dass er sehr sauber und vor allem ruhig gelegen ist“, sagt Bernd Fuhler. Vor allem der Preis sei mit fünf Euro pro Nacht sehr günstig. „Strom benötigen wir nicht, wir haben Solarelemente auf dem Dach, die produzieren genügend Strom.“

Fuhlers sind ansonsten Langzeitreisende, fahren jährlich 30.000 bis 40.000 Kilometer mit ihrem Wohnmobil, das schon auf den ersten Blick anders ist als ein herkömmliches. „Ja“, sagt Fuhler, „nur das Iveco-Chassis ist serienmäßig, alles andere ist nach eigenen Vorstellungen gebaut. Es ist ein stark geländegängiges Fahrzeug – gebaut für Wüsten und Urwald, eben für schwer befahrbare Pisten.“

Drei Jahre in Nordamerika unterwegs

Der Sinn eines solchen Fahrzeugs wird deutlich, als Fuhler von seinen Reisen berichtet: „Wir waren kürzlich für rund drei Jahre in Nordamerika unterwegs. Wir planen jetzt unsere nächste Tour.“ Diese solle nach Russland, Usbekistan sowie in die Mongolei, nach Pakistan und in den Iran führen: „Dann sind wir wieder gut drei Jahre unterwegs.“

Ein weiterer Wohnmobilist wollte aus privaten Gründen seinen Namen nicht genannt haben. Er betonte, dass dieser Preis pro Nacht schon sehr günstig sei: „Vor allem, weil da auch noch die Stromkosten drin sind. Ich habe schon auf Plätzen gestanden, da haben sie pro Kilowattstunde sage und schreibe zwei Euro genommen.“ 

Auch die Gebühr pro Nacht sei deutlich höher gewesen: „Dieser Platz ist wirklich sehr schön angelegt und vor allen Dingen sauber. Toll ist auch, dass ich für nur zwei Euro in dem benachbarten Fitness-Center duschen kann.“ Dort werde zudem ein günstiges Frühstück angeboten.

Stadt mit Besucheranzahl zufrieden

Dieses Lob konnte die Leiterin des Wildeshauser Verkehrsbüros, Claudia Olberding, nur bestätigen: „Wir hören immer wieder, dass die Leute überaus zufrieden sind mit dem Platz und was in der Stadt geboten wird.“ Zudem werde er sehr gut frequentiert: „Im Juli vergangenen Jahres hatten wir pro Tag 15 bis 16 Wohnmobile auf dem Gelände.“

Es gebe lediglich zwei Kritikpunkte, die immer wieder von Wohnmobilisten vorgetragen würden. „Zum einen soll es Gäste geben, die dort übernachten, aber die Gebühr nicht entrichten.“ Das sei ein Zustand, der demnächst noch intensiver überprüft werden soll. 

„Zum anderen bekommen wir immer wieder Beschwerden, dass der Platz zum Beispiel am Wochenende völlig mit Personenwagen zugeparkt ist. Das sind dann stets Gäste die das ,Rämmi-Dämmi‘ besuchen“, so Olberding. Diese verhielten sich den Wohnmobilisten gegenüber dann auch noch ziemlich frech: „Sie wollen es scheinbar nicht einsehen, dass dort lediglich Wohnmobile stehen dürfen. Das ist ja schließlich auch groß und deutlich ausgeschildert.“ Auch dieser Zustand solle in Zukunft intensiv von den Politessen überprüft werden: „Wir hoffen, dass dann das verbotene Parken endlich ein Ende hat.“

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