Nicht für Discounter, sondern für große Märkte, die der Innenstadt nicht schaden

Westring: Weg für weiteren Einzelhandel geebnet

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Seit Jahren steht dieses Gewerbeobjekt am Westring leer. Der Besitzer protestiert gegen die Sortimentseinschränkungen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Am Westring in Wildeshausen wird es bald neue Einzelhandelsflächen geben, wo derzeit nur Gewerbe möglich ist. Das heißt jedoch nicht, dass dort Discounter oder Supermärkte angesiedelt werden. Eher denkbar sind Möbel- oder Teppichmärkte – Artikel, die den Innenstadthandel nicht beeinflussen oder schädigen.

Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt gab am Donnerstagabend „grünes Licht“ für eine Flächennutzungsplanänderung, die wiederum die Grundlage bietet, die Bebauungspläne in dem Bereich zu ändern. Dort wird dann über Sortimente entschieden, die am Westring angeboten dürfen. Der Rahmen wird schon jetzt durch die „Wildeshauser Liste“ festgelegt, die sich daran orientiert, welches Angebot im Zentrum und welches in sonstigen Sondergebieten vorgehalten werden darf.

Die Ausschussentscheidung basiert auf dem Einzelhandelsentwicklungskonzept der Stadt, das vor einem Jahr beschlossen wurde. Die Gutachter hatten vorgeschlagen, im Bereich des Bebauungsplanes Westring weitere Gebiete für großflächigen Einzelhandel bereitzustellen. Das kann dort geschehen, wo bislang gewerblich genutzte Hallen stehen.

Hermann Hitz (UWG) wollte die Flächennutzungsplanänderung jedoch nicht befürworten. Er verwies auf das Einzelhandelsentwicklungskonzept, in dem auf eine Gefahr der „Kannibalisierung“ des Innenstadthandels eingegangen wird. „Es gibt weiteren Druck für die Händler“, betonte er. „Das trage ich nicht mit.“

Diese Äußerung sorgte jedoch bei einigen Ausschussmitgliedern für Unverständnis. „Es geht hier nicht um Discounter“, entgegnete Ausschussvorsitzender Hartmut Frerichs (SPD). „Außerdem schreiben wir erst im Bebauungsplan fest, was dort hin soll.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse machte deutlich, dass das Thema schon lange diskutiert sei. „Wir haben mehrheitlich beschlossen, dass das auf den Weg gebracht werden soll. Versucht einfach mal, mitzugehen“, forderte er die UWG auf.

Auch Planer Thomas Aufleger verwies darauf, dass mit der Flächennutzungsplanänderung ein Flickenteppich entlang des Westrings einheitlich geordnet werden soll. Zudem sei es sinnvoll, den Einzelhandel an der Stelle zu konzentrieren.

Im Einzelhandelsentwicklungskonzept war bereits deutlich gemacht worden, dass die Fachmärkte in dem Bereich zum Teil weit auseinander liegen und somit kaum die Gelegenheit besteht, zu Fuß von einem Markt zum anderen zu gehen. Wenn der Verwaltungsausschuss sich am 21. April dem Votum des Fachausschusses anschließt, beginnt die frühzeitige Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung für den Flächennutzungsplan. Die Genehmigung dauert erfahrungsgemäß länger als die Aufstellung und Genehmigung eines Bebauungsplanes.

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