Übung in Aumühle zeigt Defizite auf 

Wenn der Wald wirklich brennt, fehlt ein Flugzeug

Direkt an der Autobahn wurde dem Feuer eine Wasserwand entgegen gestellt. - Fotos: Nosthoff

Aumühle - Von Anja Nosthoff. „Der Brand darf nicht auf die Autobahn übergreifen!“ – „Wir müssen uns dem Feuer mit Wasserwänden entgegen stellen!“ Die Zielvorgaben waren klar, als sich am Sonntagvormittag rund 100 Feuerwehrleute aus Wildeshausen, Düngstrup und Umgebung im Waldgebiet in Aumühle zur Einsatzübung einfanden: Es galt einen ausgewachsenen Waldbrand zu bekämpfen.

„Drei Brandflächen gibt es bereits hier im Wald“, erklärte Zugführer Jörg Kramer, der die Übung organisiert hatte. Für die Brandbekämpfung hatte er für die Wehren Wildeshausen und Düngstrup Verstärkung angefordert – so wie es auch im Ernstfall gewesen wäre.

So waren neben 40 Feuerwehrleuten aus Wildeshausen und weiteren 15 aus Düngstrup auch Brandbekämpfer von den Feuerwehren Dötlingen, Neerstedt und Ahlhorn vor Ort. Aus Cloppenburg kam ein Großtanklöschfahrzeug dazu, das allein 24.000 Liter Wasser fasst.

Mit Spannung verfolgten die Kreiswaldbrandbeauftragte Regina Dörrie und der Großenkneter Waldbrandbeauftragte Karl-Heinz Frese von den Niedersächsischen Landesforsten die Übung. „Wir haben so etwas noch nie mitgemacht. Aber die Gefahr ist real – es ist immens wichtig, für den Ernstfall gerüstet zu sein“, so Dörrie.

Lange, trockene Sommer bergen eine erhöhte Gefahr für Waldbrände. „Das Gefahrenpotenzial liegt besonders in der trockenen Krautschicht“, betonte Dörrie. Das Feuer blieb jedoch zum Glück imaginär. Vielmehr tröpfelte es sogar – wenn auch sehr sachte – ein wenig vom Himmel.

Der angekündigte Regen ließ jedoch auf sich warten. Umso mehr freuten sich Bäume und Pflanzen über das Wasser von der Feuerwehr.

Rund drei Kilometer Schläuche verlegten die Einsatzkräfte durch den Wald. Mit drei Wasserwänden aus je neun Strahlrohren wurden die drei Flächen des Feuers bekämpft. „Einem Waldbrand muss man sich entgegen stellen – man kann ihm nicht hinterherlaufen“, erklärte Kramer.

Um die Flammen aufzuhalten und zu löschen, zapften die Einsatzkräfte die Wasserentnahmestellen „Aue“ und „Aumühle“ an. „Das Cloppenburger Großtanklöschfahrzeug brauchen wir als Puffer“, betonte Kramer.

Der Tankwagen speiste die kleineren Tanklöschfahrzeuge aus Ahlhorn, Neerstedt und Dötlingen. Über Funk hielten alle Kräfte mit der Einsatzleitung Kontakt, die als zentrale Schnittstelle fungierte und alle Aktionen koordinierte.

„Was hier im Waldbrandfall fehlt, ist ein Flugzeug, das die Situation von oben klar im Blick hat. Das ist ein großes Manko“, erläuterte Kreisbrandmeister Andreas Tangemann. Im Gebiet Lüneburger Heide seien zwei solcher Einsatz-Flugzeuge stationiert. Für Wildeshausen sei das zu weit entfernt. „Dabei haben wir hier auch Heideflächen, die potenzielle Gefahr bergen.“ Daher sei es seitens der Landesregierung falsch gewesen, ein weiteres zuvor in Damme stationiertes Flugzeug abzuziehen.

In voller, wenn auch geliehener Feuerwehrmontur mischte sich auch der Wildeshauser Bürgermeister Jens Kuraschinski unter die Einsatzkräfte. Aus sicherer Entfernung verfolgten einige Zuschauer mit Spannung die Übung. Bald hieß es für die Feuerwehrleute an den drei Brandabschnitten „Wasser Marsch!“ Insgesamt 2.700 Liter pro Minute liefen bei dem Pumpentest durch die Schläuche.

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