Sohn tritt in die Fußstapfen der Mutter

Anka Westerkamp übergibt Praxis an Onno Voß in Wildeshausen

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Wenn die Mutter mit dem Sohne: Am 1. Januar übernimmt Onno Voß die Praxis für Physiotherapie von Anka Westerkamp, die seit nunmehr 30 Jahren Patienten versorgt.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es waren bisher zweifelsohne unzählige Patienten, die sich in der Praxis für Physiotherapie von Anka Westerkamp in der Kreisstadt haben behandeln lassen. Die Einrichtung besteht seit nunmehr 30 Jahren. Aber nun zieht die Inhaberin, die am Montag ihren 60. Geburtstag feiern kann, einen Schlussstrich: Zum 1. Januar übernimmt Sohn Onno Voß (33) die Praxis.

Auch wenn es vom Berufsbild her auf den ersten Blick nicht stimmig erscheint, Voß ist Koordinator für Kommunikation und Marketing, so wird schnell ein Schuh daraus, wenn erwähnt wird, dass Anja Nehls und Nadine Budzinski dann als leitende Physiotherapeutinnen tätig sind. Letztere ist zudem Voß‘ Bald-Ehefrau.

„Zunächst war es nicht so wirklich angedacht, dass Onno die Praxis übernehmen wird“, betont Westerkamp. „Sicherlich hatte ich diesen Schritt schon im Hinterkopf“, ergänzt der Sohn, „aber aufgrund meiner beruflichen Qualifikation hätte ich das alleine auf keinen Fall stemmen können.“ Nach einigen Gesprächen mit der Freundin, die schon seit Jahren in der Praxis tätig ist, sei dann der Entschluss gefasst worden. „Anfangs war Nadine nicht überzeugt, dann haben wir uns aber doch entschieden, diesen Schritt gemeinsam mit Anja Nehls zu gehen.“

Eine Entscheidung, die bei Westerkamp große Freude hervorgerufen hat: „Natürlich war ich froh, dass die Praxis in Familienhand bleibt. Ansonsten hätte ich sie eventuell verkaufen und damit in fremde Hände geben müssen. Und das wäre nach 30 Jahren sehr schade gewesen.“

Zahl der Patienten gestiegen

Es war im Oktober 1987, als Westerkamp an der Ahlhorner Straße 13 ihre Praxis eröffnete. Schon bald fiel die Entscheidung, am Reepmoorsweg zu bauen und dort die Praxis unterzubringen. Bereits 1990 konnten die neuen Räume bezogen werden. „Da wir nur ein Flachdach hatten, haben wir im Jahr 2000 ein Dach aufsetzen lassen, um die Praxis erweitern zu können“, so Westerkamp.

Derzeit hat sie neun Physiotherapeutinnen angestellt – von denen sind drei Heilpraktikerinnen für Physiotherapie und eine „volle“ Heilpraktikerin. Hinzu kommen zwei Rezeptionistinnen, eine Raumpflegerin und eine Praxishelferin.

„Die Zahl der Patienten ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen“, erzählen Mutter und Sohn. „Aber Mitarbeiter sind nicht zu finden, wir haben schon viele Anzeigen aufgegeben.“ Dieses Problem sorge dafür, dass Patienten häufig einige Wochen auf einen Termin warten müssen. Den Grund dafür sehen beide zum einen darin, dass es in diesem Beruf nur geringe Aufstiegschancen gibt.

Noch schwerer wiege aber wahrscheinlich die eher geringe Bezahlung. „Grund dafür ist der enorme Kostendruck durch das Gesundheitswesen“, so Westerkamp. Jahrelang habe es keine Tariferhöhung von den Krankenkassen gegeben. „Dann kamen sie jedoch auf die Idee, die Behandlungszeit von 20 auf 15 Minuten zu reduzieren, um vier anstatt drei Patienten in einer Stunde behandeln zu können.“ Das aber sei für eine vernünftige Behandlung kaum möglich: „Aus diesem Grund halten wir auch weiterhin an den 20 Minuten fest, um vernünftig arbeiten zu können. Auch, wenn die Zeit dann auf Kosten unserer Praxis geht. Wir wollen schließlich zufriedene Patienten haben.“

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