Wenn der Oldtimer nicht auf die Straße darf

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Dr. Christian Steinkamp an seinem Oldtimer, den er schließlich in Bremen zugelassen hat. ·

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Der Eine spricht von Schikane und Behördenwillkür und der Andere von einem rechtmäßigen Verhalten, das anders nicht möglich gewesen ist. Auslöser für den Unmut des Wildeshauser Zahnarztes Dr. Christian Steinkamp war sein Chevrolet-Oldtimer (Baujahr 1968), den er bei der Zulassungsstelle des Landkreises Oldenburg anmelden wollte. Aber dieses Ansinnen blieb ohne Erfolg.

Per Mail hat Steinkamp auch dem Ersten Kreisrat Carsten Harings bereits am 31. März sein Problem mitgeteilt: „Ich habe große Probleme mit dem Leiter der Zulassungsstelle und fühle mich schikaniert.“

Eine Woche zuvor habe er seinen Oldtimer anmelden wollen, sei aber aus seiner Sicht mehrmals ungerechtfertigt abgewiesen worden: „Ich habe einen deutschen Kraftfahrzeugbrief vorgelegt, aus dem eindeutig hervorgeht, dass dieser Oldtimer in diesem Jahr schon einmal in Deutschland mit einem H-Kennzeichen zugelassen gewesen ist.“ Der Leiter der Zulassungsstelle aber habe gesagt, dass er zusätzlich noch ein Oldtimer-Gutachten nach Paragraph 23 vorlegen müsse: „Daraufhin bin ich beim TÜV Wildeshausen vorstellig geworden, um mir dieses Gutachten zu besorgen.“

Wie Steinkamp weiter erzählt, habe er beim TÜV die Auskunft bekommen, dass dieses Gutachten durchaus für 150 Euro erstellt werden könnte: „Mir wurde aber auch gesagt, dass dies absolut unsinnig sei, da ja bereits eine deutsche Behörde, nämlich die Zulassungsstelle Heidelberg, festgestellt habe, dass mein Auto für ein H-Kennzeichen zulässig ist.“ Außerdem sei ihm mitgeteilt worden, dass dieses Gutachten mit der Erstzulassung eingezogen wird und somit in Heidelberg liege: „Dieser Sachverhalt müsste doch bei der Zulassungsstelle bekannt sein, warum wird von mir ein Gutachten verlangt, das ich gar nicht mehr besitzen kann ?“

Dann habe sich jedoch die Kreisbehörde bereiterklärt, sich eine Kopie des Gutachtens schicken zu lassen. „Als es dann plötzlich da war, reichte es auf einmal auch nicht mehr aus. Mir wurde mitgeteilt, dass es eventuell nicht korrekt sei. Daraufhin schlug ich vor, die 150 Euro für ein neues Gutachten beim TÜV auszugeben. Aber dazu wurde mir gesagt, dass dieses nicht anerkannt werden würde.“

Steinkamp habe mittlerweile nicht mehr gewusst, was er tun solle: „Ich konnte einfach machen, was ich wollte, alle möglichen Papiere beibringen, einen deutschen Brief sowie die Zollbescheinigung vorlegen. Aus reiner Behördenwillkür wollten die Leute mein Auto einfach nicht zulassen. Vielmehr wurde mir gesagt, dass alles noch länger geprüft werden müsste.“ Selbst der Eintrag im Kfz-Brief, dass aus Platzgründen hinten ein kleines Nummerschild angebracht werden müsste, wurde nicht anerkannt: „Mir wurde ganz deutlich gesagt, dass ein solches Schild nicht genehmigt werden würde. Warum will sich dieser Mann so aufspielen und nochmals prüfen, ob andere deutsche Behörden korrekt gearbeitet oder eventuell Formfehler gemacht haben, oder ob Sachverständige seinerzeit berechtigt waren, bestimmte Gutachten zu erstellen ?“

Siegfried Blohm, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, sieht die Sache jedoch etwas anders. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte er mit, dass der eigentliche Auslöser für den Streit eben dieses kleinere Nummernschild gewesen sei: „Wir dürfen nur Fahrzeuge zulassen, die auch in Deutschland sind. Dieser Oldtimer aber stand zu dieser Zeit in Österreich.“ Hinzu komme, dass die Zulassung in Wiesloch definitiv nicht korrekt erfolgt sei: „Das konnten wir anhand des Gutachtens feststellen. Diese Tatsache wurde uns auch vom Wirtschaftsministerium bestätigt.“ Wiesloch sei eine Zulassungststelle, die dafür verantwortlich sei, dass auf Bundesebene einige Gesetzesänderungen vorgenommen werden müssen: „Dort wurde bislang mit einigen Dingen recht locker umgegangen.“

Zudem hätte ihm die Behörde angeboten, das Fahrzeug beim TÜV vorzuführen: „Fakt ist nämlich, dass Oldtimer, die zugelassen werden sollen, auch vorgeführt werden müssen. Das ist in der Fahrzeugzulassungsverordnung geregelt“, betont Bluhm. Wie aber kann es dann sein, dass Steinkamp sein Auto in Bremen auf den Namen seiner Mutter in gut zehn Minuten zulassen konnte ? „Ich gehe davon aus, dass er dort sein Auto auch vorgeführt hat“, sagt Bluhm. Das aber wurde von Steinkamp verneint: „Ich habe nur die nötigen Papiere vorlegen müssen.“

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