Wenn im Modegeschäft die Haarpracht fällt

Zehnjährige Loreena spendet 40 Zentimeter ihres Schopfes für krebskrankes Kind

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Die Eltern Karsten Poppe und Janine Zieten waren hautnah dabei, als Bernd Niester den entscheidenden Schnitt ansetzte. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Sie ist gerade einmal zehn Jahre alt und besucht die vierte Klasse der Privatschule Gut Spascher Sand. Aber sie hat schon sehr viel Mitleid mit kranken Kindern. Genau aus diesem Grund hat sich Loreena Madlene Zieten für eine ganz besondere Spende entschieden: Sie stellt ihre schönen Haare für eine Perücke zur Verfügung, die dann einem krebskranken Kind zugute kommt. Insgesamt sind für einen Haarersatz vier solcher Spenden nötig

Verständlich, dass Mutter Janine Zieten und Vater Karsten Poppe sehr stolz auf ihre Tochter sind, die sich in so jungen Jahren für diesen Schritt entschieden hat. Am Dienstagnachmittag war es dann soweit: In Poppes Geschäft „Rock un Blus“ an der Westerstraße war es Friseurmeister Bernd Niester, der mit „scharfem Werkzeug“ erschienen war, um Loreena 40 Zentimeter ihrer Haarpracht abzuschneiden. „Ich freue mich sehr, dass ich mit meinen Haaren einem anderen Kind eine Freude machen kann“, so das Mädchen. Sie hoffe, mit dieser Aktion auch andere Schüler zu motivieren, eine solche Spende zu tätigen. „Es gibt doch sehr viele Mädchen mit richtig langen Haaren.“

Aber wie kommt ein Kind darauf, eine Spende zu machen? „Ich habe mit unserer Tochter über schlimme Krankheiten bei Kindern gesprochen. Unter anderem über Krebs“, erzählte die Mutter. Dabei sei das Gespäch auf die Chemotherapie gekommen. „Loreena war sehr erstaunt, dass den Kindern dann die Haare ausgehen und sie Perücken tragen müssten.“

Vor dem Schnitt gab‘s noch einen Blick in den Spiegel.

Dann sei die Zehnjährige darauf gekommen, dass sie vielleicht ihre Haare spenden könnte, damit die Kranken gute Perücken bekommen. „Die aus Kunsthaar eignen sich bekanntlich in vielen Fällen nicht so gut“, sagte Zieten. Beim Stöbern im Internet seien sie dann auf den Verein „Haarfee“ in Österreich gestoßen. „Dieser Verein hat sich auf die Fahne geschrieben, den krebskranken Kleinen mit echten Perücken zu helfen.

„Für die Perücke werden 40 Zentimeter lange Haare sowie 500 Euro benötigt“, so Poppe, der sich daher noch für eine weitere Spendenaktion entschieden hat: „Zwei Wochen lang werde ich für jedes Kleidungsstück, das bei mir im Geschäft verkauft wird, zwei Euro spenden. Sicherlich kommt dabei auch noch ein gute Summe zusammen, damit wir richtig gut helfen können.“ Zudem hätten die Kunden die Möglichkeit, auch noch etwas zu spenden: „Jeder noch so kleine Betrag kann helfen, damit kranke Kinder in den Genuss einer Perücke kommen.“

Mit im Boot ist zudem Marion Hogeback, Inhaberin des Studios „Sia – Schönheit von Innen und Außen“. „Sie hat zugesagt, ebenfalls zwei Wochen lang für jede Behandlung, die sie vornimmt, zwei Euro für die Aktion zu spenden“, erklärte Poppe.

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