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Wenn Kitze in Wäschekörben liegen

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Von: Dierk Rohdenburg

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In Sicherheit: Das Kitz wird mit Gras in einen Wäschekorb gelegt und dort festgehalten, bis das Feld gemäht ist.
In Sicherheit: Das Kitz wird mit Gras in einen Wäschekorb gelegt und dort festgehalten, bis das Feld gemäht ist. © -

Wildeshausen – Seien Sie vorsichtig, wenn Sie einen umgedrehten Wäschekorb in der freien Natur sehen! Was auf den ersten Blick wie eine illegale Müllentsorgung aussieht, erfüllt in diesen Tagen einen wichtigen Zweck.

Unter den Kunststoffbehältern befinden sich Rehkitze, die von Mitgliedern der Drohnengruppe zur Kitzrettung des Hegerings Wildeshausen in den frühen Morgenstunden aus Feldern geholt werden, die gemäht werden sollen.

Wenn die Arbeit auf dem Feld beendet ist, werden die Kitze wieder befreit.

„Die Vorsichtsmaßnahme hat den Zweck, dass die Ricken ihren Nachwuchs zunächst nicht holen können und möglicherweise erneut in das Feld zurückführen“, sagt Daniel Würdemann vom Hegering.

Die Drohne erfasst Wärmequellen und bildet sie hell ab. Hier wird ein Kitz in Sicherheit gebracht.
Die Drohne erfasst Wärmequellen und bildet sie hell ab. Hier wird ein Kitz in Sicherheit gebracht. © Hegerig

Selbstverständlich solle auch kein Passant den Wäschekorb anheben, weil das die Kitze nur unnötig ängstigen würde.

„Bisher ist das immer gut gegangen“, freut sich Würdemann. In der Regel sorge man aber auch dafür, dass die Wäschekörbe im Verborgenen deponiert werden.

Seit Mitte Mai sind die Mitglieder der Drohnengruppe regelmäßig in der Frühe unterwegs. Sie werden von den Landwirten informiert, wenn ein Feld gemäht werden soll. Gegen 4 Uhr stieg deshalb beispielsweise am Donnerstag die Drohne des Hegerings in Düngstrup in die Lüfte, um das betreffende Areal zu kontrollieren. „Wir müssen so früh starten, weil wir die Kitze mit dem Wärmebildgerät entdecken“, so Würdemann. Sobald die Sonne scheine, würden beispielsweise auch Maulwurfshügel erwärmt, was die Suche nach Rehkitzen deutlich erschweren würde. Dort, wo sich eine Wärmequelle befindet, erscheint bei den Aufnahmen der Drohne ein heller Fleck. Die Jäger machen sich dann mit einem Wäschekorb auf den Weg, um Kitze zu retten, die sonst schwerste Verletzungen durch den Mähdrescher erleiden könnten.

Zunächst waren die Mitglieder des Hegerings im Mai vor dem Mähen des Ackergrases aktiv. „Mit der nächsten Wärme kommt das Weidegras“, weiß Würdemann. Manchmal seien zwei oder drei Kitze in einem Feld. Oft sei es gar nicht so leicht, den Wildnachwuchs im hohen Gras zu entdecken. In Düngstrup brachten die Jäger am Donnerstag drei Kitze in Sicherheit, bevor der Landwirt mit seiner Arbeit starten konnte.  dr

Auf der Suche nach dem Kitz: Mitglieder des Hegeringes haben einen Wäschekorb dabei.
Auf der Suche nach dem Kitz: Mitglieder des Hegeringes haben einen Wäschekorb dabei. © -

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