Selbsthilfegruppe trifft sich auch in Coronazeiten im Mehrgenerationenhaus

Wenn Angehörige an Demenz leiden

Treffen mit Regeln: Die Teilnehmer der Selbsthilfegruppe achten auf den Abstand untereinander.
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Treffen mit Regeln: Die Teilnehmer der Selbsthilfegruppe achten auf den Abstand untereinander.

Wildeshausen – Menschen, die Angehörige mit Demenz pflegen, haben es zurzeit besonders schwer, sagt Hella Einemann-Gräbert. Sie leitet beim Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen eine Selbsthilfegruppe und appelliert an die Betroffenen, trotz Angst vor Corona und Einschränkungen an den Treffen teilzunehmen. „Der Leidensdruck muss groß sein“, sagt Einemann-Gräbert. Die Tagespflege habe zwar ihre Arbeit wieder aufgenommen, aber für Menschen, die Angehörige zu Hause betreuen, sei es jetzt nicht einfach. „Andere besuchen ihre dementen Verwandten und werden nicht erkannt, weil sie nicht mehr so regelmäßig kommen können“, berichtet die Dötlingerin aus Gesprächen mit Mitgliedern der Gruppe.

Diese hat sich zum Austausch gebildet, aber in Coronazeiten ist der eigentlich ja gesuchte Kontakt möglicherweise eine Gefahr. „Ich achte mit Nachdruck darauf, dass die Regeln eingehalten werden“, betont Einemann-Gräbert. Getränke bringe jeder selber mit, und der Raum werde durchgehend gelüftet. Die Gruppe entscheide nach den derzeitigen Regelungen des Landes, ob nach der festen Platzzuweisung der Mund-Nasen-Schutz noch getragen werden solle oder nicht. Und wenn zu viele Menschen kämen, müsse sie diese eben wieder nach Hause schicken.

Die Gruppenleiterin hat zusammen mit der Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Sandra Scholz, eine Pressemitteilung verfasst und ein Foto gemacht. Damit möchten sie und die regelmäßigen Teilnehmer der Gruppe Betroffenen Mut machen, sich zu melden. „Haben Sie in Zeiten der Corona-Pandemie keine Angst, diese Gruppe aufzusuchen“, so Einemann-Gräbert und Scholz. „Nutzen Sie gerade in diesen Zeiten, in denen Sie auch noch einen demenzerkrankten Angehörigen im Blick haben müssen, den Austausch und die guten Tipps von Gleichgesinnten.“

Teilnehmer aus Stadt und Umland

Die Teilnehmer kommen überwiegend aus den angrenzenden Gemeinden und Wildeshausen. „Hier kann offen über die täglichen Herausforderungen gesprochen werden. Es ist ein geschützter Raum, in dem alles vertraulich behandelt wird“, versichert Einemann-Gräbert. Jedes einzelne Mitglied bestimme außerdem für sich, was und wie viel es jeweils in die Gruppe einbringen möchte. Die Interessierten in der Altersspanne von etwa 40 bis 80 Jahren kämen nicht alle regelmäßig zu den monatlichen Treffen, sondern je nach Bedürfnis, Zeit und Kraft. Manchmal erfolge auf Wunsch nur ein telefonischer Austausch.

„Für mich als Leiterin der Gruppe ist es immer wieder spannend, wenn dann dienstagabends neue, häufig fremde Teilnehmer erstmals zu dem Gruppentreffen kommen. Hier ist eine sensible Einbindung notwendig“, sagt Einemann-Gräbert. In den zwei Stunden sei es ihre vornehmliche Aufgabe, dass alle Anwesenden, die häufig aufgrund des monatlichen Abstandes viel zu berichten haben, auch Raum zum Erzählen bekommen. „Ich versuche dann, wichtige Aussagen zu bündeln beziehungsweise in Tipps und Hilfestellungen umzuformulieren und gegebenenfalls mit meinem Fachwissen zu ergänzen.“

Kontakt

Interessierte können unverbindlich jeweils am ersten Dienstag im Monat von 19 bis 21 Uhr im Mehrgenerationenhaus an der Bahnhofstraße an den Gruppentreffen teilnehmen. Wer möchte, kann aber auch zuvor in einem persönlichen Einzelgespräch auf die Situation eingestimmt werden. Kontakt unter Tel. 04431/71778.

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