Stadtverwaltung Wildeshausen soll Fragebogen entwerfern

Weniger Krandelbadbesucher: Warum sinken die Zahlen?

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Die Besucherzahlen für das Freibad sind stark witterungsabhängig. In diesem Jahr war die Resonanz schlecht.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Zahl der Besucher im Wildeshauser Krandelbad ist innerhalb der vergangenen 15 Jahre deutlich gesunken. Dafür gibt es Gründe, die auf der Hand liegen, aber möglicherweise auch Argumente, die bislang nicht öffentlich diskutiert wurden. Auf Initiative der SPD im Stadtrat soll nun ein Fragebogen für Aufklärung sorgen.

Der Finanzausschuss empfahl am Donnerstagabend einstimmig, einen Fragebogen zu erstellen und diesen an den Schulen zu verteilen sowie jedem Bürger zugänglich zu machen. Bis zur Auswertung soll die Entgeltordnung so bleiben, wie sie ist. 

Das heißt, es gibt auch in Zukunft weder Dauerkarten noch eine von den Sozialdemokraten geforderte Ermäßigung für Schüler, Studenten, Auszubildende oder Behinderte. Allerdings verwies die Stadtverwaltung darauf, dass Bezieher von Sozialleistungen durch den Wildeshauser Berechtigungspass eine Ermäßigung von 50 Prozent auf den Eintrittspreis bekommen.

Kluck: Tickets für Menschen mit geringem Einkommen für 2,50 Euro

Matthias Kluck (SPD) hatte beantragt, dass die Tickets für Menschen mit geringem Einkommen nur noch 2,50 Euro kosten sollen. „Zudem sollten wir insbesondere Schüler fragen, was ihnen gefällt und was sie stört“, sagte er.

Die Verwaltung hatte aufgelistet, wie sich die Besucherzahlen seit dem Jahr 2000 entwickelt haben. Auffällig ist, dass im Jahr 2003 rund 160.000 Menschen im Frei- und Hallenbad waren. Es handelte sich jedoch um einen extrem schönen Sommer, der viele Besucher ins Freibad lockte. Noch im Jahr 2009 standen 107.000 Gäste in der Statistik. Dann jedoch musste das Hallenbad geschlossen werden. Es wurde abgerissen.

Denkbar schlechter Sommer für das Freibad

Seit der Eröffnung des neuen Hallenbades liegen die Besucherzahlen deutlich niedriger als davor. Das hat einerseits damit zu tun, dass das Hallenbad jetzt ein reines Funktionsbad geworden ist. Anderseits gab es 2016 den Brand in der Schwimmbadfassade, der zur Schließung des Hallenbadbereiches vor Saisonende führte, und in 2017 war der Sommer denkbar schlecht für das Freibad, sodass in diesem Jahr wohl nicht mal der Vorjahreswert von 87.528 Besuchern erreicht wird. „Die Zahlen sind ernüchternd. Es gibt aber mittlerweile viele Konkurrenzangebote“, sagte Bürgermeister Jens Kuraschinski und verwies auf den Badesee in Westrittrum sowie das Rosenfreibad in Harpstedt. Man müsse berücksichtigen, dass jeder Besucher, der vergünstigt ins Bad komme, auch die normalen Fixkosten für Frischwasser, Chlorung und Entsorgung verursache. Schon jetzt zahle die Stadt 750 000 Euro Zuschuss jährlich für das Schwimmbad.

Dennoch gibt es nun den klaren Arbeitsauftrag an die Verwaltung, die Bürger zu befragen, was ihnen gefällt oder welche Verbesserungen sie sich wünschen. „Es muss ja Gründe für den Besuchereinbruch geben“, so Kluck. Außerdem setzte er sich dafür ein, dass besser bekanntgemacht wird, dass es eine Ermäßigung für Bezieher von Sozialleistungen gibt.

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