Polizeiinspektion legt Zahlen 2018 vor

Unfallstatistik 2018: Weniger, aber immer noch viele Unfälle

+
Zwar verzeichnet die Polizei etwas weniger Verkehrsunfälle als noch im Vorjahr – im mittelfristigen Vergleich stagniert der Wert jedoch.

Landkreis – Die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch hat 2018 geringfügig weniger Unfälle verzeichnt als noch im Vorjahr: Insgesamt registrierten die Beamten 8 180 Verkehrsunfälle. 2017 lag dieser Wert bei 8 268, heißt es in dem Zahlenwerk, dass die Beamten am Donnerstag vorgelegt haben.

Zum Vergleich: 2016 waren es noch 7 847 Unfälle, 2013 gar nur 6 624. Im Stadtgebiet Delmenhorst blieben die Unfallzahlen annähernd demnach gleich. Im Landkreis Oldenburg (2 954, im Vorjahr 3 062) und besonders im Landkreis Wesermarsch waren Rückgänge zu verzeichnen.

Als Hauptunfallursachen nennt die Auswertung insbesondere Fahrfehler beim Wenden und Rückwärtsfahren sowie beim Abbiegen als auch beim Ein- und Anfahren. Doch auch Vorfahrtsverletzungen, unzureichender Sicherheitsabstand und unangepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit sind demnach häufig für Unfälle verantwortlich.

Die Zahl der Ereignisse, bei denen Personen verletzt wurden, ist rückläufig. Sie sank von 1 321 in 2017 auf 1 271 in 2018. Für den Landkreis liegen dieser Bereich bei 444 und 404. Während etwas weniger Unfälle mit schweren Folgen verzeichnet wurden, waren im Jahr 2018 insgesamt 25 tödlich verletzte Personen und damit fünf mehr als im Jahr zuvor zu beklagen. Zwölf Personen ließen ihr Leben auf Straßen des Kreisgebiets, 87 erlitten hier schwere Verletzungen.

2018 gab es im Inspektionsgebiet keine bei Verkehrsunfällen tödlich verletzten Kinder, die Zahl der schwer verletzten reduzierte sich von 18 auf 14. Allerdings starben vier „Junge Fahrer“ (18 bis 24 Jahre) bei entsprechenden Unglücken. Drei von ihnen kamen im Landkreis Oldenburg zu Tode, einer verlor sein Leben auf der Autobahn 1.

Im Berichtszeitraum registrierten die Ordnungshüter 1 674 Unfälle unter Beteiligung älterer Verkehrsteilnehmer: „Bei etwa zwei Dritteln davon wurden die Senioren als Hauptunfallverursacher erfasst. Damit haben die Senioren die Gruppe der ,Jungen Fahrer‘ als Hauptrisikogruppe abgelöst“, konstatiert die Polizei. Die Anzahl der tödlich verletzten Menschen in dieser Altersgruppe hat sich 2018 von vier auf neun erhöht. Die der schwer verletzten nahm mit 24 Prozent „überproportional“ zu (45 auf 56 Personen). Im Kreisgebiet endeten fünf Unfälle mit Beteiligung Senioren tödlich, 18 mit schweren Verletzungen.

„Einer der Gründe für diesen Anstieg wird in der zunehmenden Mobilität zu finden sein, die durch elektrounterstützte Fahrräder – sogenannte Pedelecs – ermöglicht wird. Aber auch die altersbedingten Einschränkungen, zum Beispiel in der Sehfähigkeit und Beweglichkeit, müssen bei der Betrachtung der Unfallursachen berücksichtigt werden“, erläutert die Polizei.

Die Summe der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern ist nach wie vor hoch. Das habe mit „leichtfertigen Fahrweisen“ der Radfahrer ebenso zu tun wie mit Fehleinschätzungen der Geschwindigkeit insbesondere von Pedelecs und „beiderseitiger Rücksichtslosigkeit“. Für den Landkreis Oldenburg weist die Statistik 174 Unfälle auf, davon mit 22 schwer verletzten Radler und drei Getöteten.

Nachdem im Jahr 2017 die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss leicht zurückgegangen war, erreichte diese Unfallursache nun mit 144 (2017: 127) einen neuen Höchststand. Die Fälle von Fahrerflucht blieben mit 1 637 exakt gleich, bei 87 Unfällen war ein Personenschaden zu beklagen. Die Gesamtzahl der Unfälle mit Motorradfahrern ist mit 218 rückläufig (2017: 233), die Zahl der schwer verletzten oder getöteten Personen stieg um zwei auf 48.

Die Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizei Ahlhorn, zu dem auch Streckenabschnitte gehören, die in den Landkreisen Diepholz, Cloppenburg und Vechta, sowie der Stadt Oldenburg liegen, habe „wie in den Vorjahren deutlich zugenommen“, heißt es weiter. Die stetige Zunahme der Bauarbeiten in den vergangenen Jahren spiegele daher „nachvollziehbar auch die Steigerung des Unfallaufkommens“ wieder, heißt es in der Statistik: von 1 565 im vorvergangenen Jahr auf nun 1 730.

Etwa jeder dritte Verkehrsunfall auf Autobahnen steht demnach im Zusammenhang mit Verkehrsstörungen, die durch Baustellen- und Unterhaltungstätigkeiten verursacht wurden, merken die Beamten an. Acht Tote, 233 Verletzte, davon 62 schwer, lautet die Bilanz.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Winterlicher Hygge-Urlaub auf Fanø

Winterlicher Hygge-Urlaub auf Fanø

Den idealen Antrieb fürs Auto finden

Den idealen Antrieb fürs Auto finden

Blamage für Hongkonger Regierung: Vermummungsverbot gekippt

Blamage für Hongkonger Regierung: Vermummungsverbot gekippt

Unwetter in Österreich: Mann stirbt nach Erdrutsch

Unwetter in Österreich: Mann stirbt nach Erdrutsch

Meistgelesene Artikel

Sattelzug landet im Vorgarten – Kirschlorbeer ist schon wieder hin

Sattelzug landet im Vorgarten – Kirschlorbeer ist schon wieder hin

Einsatz in Neerstedt: Großer Abfallhaufen in Flammen

Einsatz in Neerstedt: Großer Abfallhaufen in Flammen

Vereine können Auto gewinnen

Vereine können Auto gewinnen

Kritik am Standort des Frauenhauses

Kritik am Standort des Frauenhauses

Kommentare