Thema beschäftigt alle Parteien

Wenig Resonanz: Lokalpolitiker diskutieren über Wohnungsbau

Für das Foto standen die Kandidaten noch Schulter an Schulter, während der Debatte zeigte sich so mancher Widerspruch. - Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Außer Kandidaten für die Kommunalwahl kamen am Donnerstagabend kaum Wildeshauser zur Diskussion über sozialen Wohnungsbau ins Hotel „Wildeshauser Hof“ in der Kreisstadt. Der DGB hatte die Veranstaltung organisiert und sich um die Moderation sowie die Themenfestlegung gekümmert.

Jeweils ein Verteter von CDU, SPD, UWG, FDP, Grünen und Linken sowie Einzelbewerber Helmut Müller erörterten inmitten von nur rund 20 Zuhörern ihre Position zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Dabei zeigten sich durchaus Unterschiede von Wolfgang Sasse (CDU) „Wildeshausen hat seine Hausaufgaben gemacht, wir sind gut aufgestellt“ bis hin zu Kreszentia Flauger (Linke) „es hat jahrelang Versäumnisse gegeben, die Mieten sind seit 2010 um 20 Prozent gestiegen“.

Niels-Christian Heins (FDP) mahnte, es gebe kein Patentrezept, um das nicht zufriedenstellende Wohnraumangebot zum Beispiel für Familien zu verbessern. Vorwürfe, Gemeinden hätten Häuser in der Vergangenheit verhökert, ließ er nicht gelten. Den Vorschlag, Kommunen könnten Grundstücke günstig an Investoren abgeben, die bezahlbaren Wohnraum errichten wollen, lehnte der Liberale ab. „So reich sind die Gemeinden nicht.“

Sasse setzte ganz auf das Wohnraumversorgungskonzept. „Wir brauchen rund 50 neue Einheiten pro Jahr. Das machen wir. Dafür haben wir das Konzept.“ 400 Flüchtlinge in Wildeshausen seien, was den Wohnraum angeht, kein so großer Faktor. Anders sehe es mit den 1 200 bis 1 600 Werkarbeitern aus.

„Die einzige Möglichkeit, die funktioniert, ist, dass Kommunen Grundstücke hergeben und sich Belegungsrechte sichern“, betonte Einzelkandidat Müller. Er schlug auch vor, die städtische Wohnungsbaugesellschaft zu erneuern.

Hans-Georg Meier (UWG) bemängelte, es sei in Wildeshausen in den vergangenen Jahren sehr eng geworden. „In den sozialen Wohnungsbau ist nichts reingesteckt worden.“ Das gelte es zu ändern. Aber bedarfsgerecht und mit Bedacht. Er denkt über ein Förderprogramm für private Eigentümer nach, um Gebäude modernisieren zu lassen.

Roggenthien: Nicht nur Einfamilienhäuser

Gabriele Roggenthien (Grüne) erinnerte daran, vor zwei Jahren schon die GSG Wohnungsbaugesellschaft Oldenburg gebeten zu haben, Pläne zum Bau von bezahlbaren Wohnungen vorzustellen. Das sei damals jedoch noch nicht möglich gewesen. Die jetzt zur Verfügung stehenden zinslosen Darlehen reichten nicht aus. Die Landgemeinden müssten aufhören, in Wohngebieten nur Einfamilienhäuser zuzulassen, forderte die Vossbergerin.

Franz Duin (SPD) erinnerte an die große Bauleistung nach dem Zweiten Weltkrieg, als 8 000 Menschen ins nur rund 5 500 Einwohner zählende Wildeshausen gekommen waren. Gleichzeitig blickte er über den Tellerrand der aktuellen Situation hinaus. „Eine ,grandiose‘ Altersarmut kommt auf uns zu.“ Er wünschte sich eine größere Beteiligung des Landkreises an der GSG. Auch sei eine Stärkung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft nötig.

Flauger (Linke) stimmte Duin in Letzterem zu. In Neubaugebieten sollte ein Drittel der Flächen für sozialen Wohnungsbau vorgehalten werden, forderte sie. Was den Bedarf angeht, gelte es, jedes Jahr neu zu gucken. „Einmal 200 Wohnungen reicht nicht“, spielte sie auf die aktuellen Projekte im Rahmen der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme sowie von VR Immobilien und der GSG in Wildeshausen an.

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