Interessante Objekte am Himmel zu entdecken

Weltraumschrott über Wildeshausen

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Hier stimmten die Flughöhe und der Winkel zur noch tief stehenden Sonne. Was wie der Feuerschweif eines brennenden Triebwerkes aussieht, ist lediglich der von den Sonnenstrahlen durchleuchtete Kondensstreifen einer Verkehrsmaschine. 

Wildeshausen - Von Christian Hannig. Wohl nicht allzu viele Wildeshauser wissen, was sich so alles über ihren Köpfen tut. Wenn Flugzeuggeräusche zu hören sind, kann sich ein Blick in den Himmel lohnen. Doch so richtig lebendig wird es erst bei Dunkelheit.

Als leuchtende Punkte sind Dutzende Satelliten auf ihrer Bahn zu beobachten – für eine Erdumrundung benötigen sie etwa zwei Stunden. Manchmal ist am Nachthimmel ein kurzes, extrem helles Aufblitzen zu sehen. Verursacher ist ein Iridium-Satellit. Wenn dieser das Sonnenlicht reflektiert, entsteht ein „Blitz“, der 1000-mal heller als der hellste Stern sein kann. Wiederholt sich eine solche Erscheinung mehrfach, aber viel schwächer, handelt es sich eher um eine Raketenstufe, mit der ein Satellit in seine Umlaufbahn gebracht wurde, also um ein großes Stück Weltraumschrott. Das wiederholte Aufleuchten ist eine Folge der Drehung um seine eigene Achse.

Richtig spannend kann es werden, wenn man die entsprechenden Hinweise in den Medien verfolgt. Wildeshauser konnten den letzten Flug der russischen Raumstation „Mir“ oder den überaus hellen Kometen „Hale-Bopp“ beobachten.

Besonders lohnend ist der Blick zum Nachthimmel, wenn ein Lyriden-Meteoritenschwarm angekündigt ist. Der bisher letzte war vor etwa zwei Monaten zu erblicken. 20 und mehr Sternschnuppen pro Stunde gelten dann als normal. Und noch etwas bietet der Nachthimmel den Wildeshausern: Zu später Jahreszeit war hier schon mehrfach das Nordlicht zu sehen. Voraussetzung: keine Störung durch Streulicht. So konnten Bürger vom Katenbäker Berg, die sich auf dem Feldweg Richtung Hölingen von den Lichtquellen des Wohngebietes entfernten, diese Himmelserscheinung schon mehrfach beobachten. Naturvölker sehen im Nordlicht die Seelen der Verstorbenen.

Häufig ist tagsüber auch ein Flugzeug mit so seltsamer Rumpfform zu erblicken, dass man sich wundert, dass dieses überhaupt flugfähig ist. Es handelt sich um den Spezialtyp „Beluga“, der in seinem Bauch Airbus-Tragflächen von Bremen zur Montage ins französische Toulouse transportiert. Und natürlich können die vielen Kondensstreifen am Himmel Fernweh auslösen: Moskau, Paris, Kanada, gar die Polroute. Man bräuchte die Linien nur gedanklich auf eine Landkarte übertragen. Wer im richtigen Moment die Kamera parat hat, kann, wie das Foto zeigt, gerade bei Kondensstreifen zu ungewöhnlichen Motiven kommen.

Hin und wieder zieht auch ein Tankflugzeug der Nato seine Bahn. Am Schnorchel hängt gerade ein Militärjet. Weitere Maschinen, die darauf warten, aufgetankt zu werden, folgen in Warteposition.

Allgemein gilt, wer am Nachthimmel etwas Ungewöhnliches beobachtet, kann unter der Telefonnummer des Bremer Planetariums (0421/408899300) eine fachkundige Auskunft erhalten.

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