Umstrukturierungen im Rettungswesen im Landkreis / Vorlage für Fachausschuss

Wieviel Notärzte braucht der Landkreis?

Übersicht über die zuvor im Landkreis Oldenburg stationierten Fahrzeuge. Künftig sollen die Einsätze mit anderen Landkreisen und Städten koordiniert werden. Grafik: Landkreis
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Übersicht über die zuvor im Landkreis Oldenburg stationierten Fahrzeuge. Künftig sollen die Einsätze mit anderen Landkreisen und Städten koordiniert werden. Grafik: Landkreis

Landkreis – Die Neustrukturierung des Rettungswesens im Landkreis Oldenburg ist seit mehr als einem Jahr im Gespräch. Insbesondere die politischen Parteien haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten des Themas angenommen und – nach eigenem Bekunden – eine Diskussion aus der Bevölkerung aufgegriffen (wir berichteten). Nun steht das komplexe Thema erneut auf der Tagesordnung des Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Landkreises – mehr als ein Jahr nach der Vorstellung des Projektes in dem Gremium.

Einziger inhaltlicher Tagesordnungspunkt der Sitzung am Dienstag, 13. April, ist gegenwärtig die „Vorstellung weiterer Ergebnisse und weitere Vorgehensweisen“ des mit der Universität Maastricht umgesetzten Projektes.

Das Thema habe „die Beteiligten in den Sozialen Medien und nicht zuletzt die politischen Verantwortungsträger beschäftigt und bewegt“, fasst die Verwaltung die Ausgangssituation für sich zusammen. Dabei sei festzustellen, „dass es offenbar im Rahmen des laufenden Projektes – aus einer Reihe von Gründen – jedenfalls nicht vollständig gelungen ist, die Vielzahl von Akteuren und Beteiligten (...), die an der sehr komplexen öffentlichen Aufgabe ,Rettungsdienst‘ mitwirken, ausreichend zu informieren und einzubinden“, so die Einschätzung. Zu dem Personenkreis gehörten Akteure in der Großleitstelle Oldenburger Land (GOL), die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, Verwaltungen der Trägerkommunen der GOL sowie Ärzte und Ehrenamtliche. Das betreffe „nach hiesiger Einschätzung den gesamten Bereich der GOL, mithin alle sechs Trägerkommunen“, resümiert die Verwaltung.

Weniger Rettungswagen für „Bagatellfahrten“

Als besonders problematisch in der Diskussion hat der Landkreis laut Vorlage zwei Themenbereiche identifiziert: die Umwidmung und Anpassung der Vorhaltezeiten der eingesetzten Fahrzeuge sowie die Standorte der Notarzteinsatzfahrzeuge. Im ersten Fall geht es darum, dass zum Juni 2020 vier sogenannte Mehrzweckfahrzeuge (MZF) des Landkreises in zwei Krankenwagen (KTW) und zwei Notfall-Krankenwagen (N-KTW) umgewidmet worden sind. Ziel war unter anderem, dass die umfassend ausgestatteten Rettungswagen (RTW) sowie die ihnen weitestgehend gleichenden MZF möglichst nur noch bei Notfällen zum Einsatz kommen und nicht etwa bei „Bagatellfällen“ oder planbaren Krankenfahrten. Laut Auswertung für das vergangene Dreivierteljahr nach diesen Änderungen entfallen demnach nun bereits rund 88 Prozent der RTW-Fahrten auf Notfalleinsätze mit Blaulicht, im Vergleichszeitraum (Juli 2019 bis Juni 2020) waren es nur rund 66 Prozent. Von 23,8 Prozent auf 10,6 Prozent gesunken sind die Einsatzfahrten bei nicht akut lebensbedrohlichen Fällen und bei Krankentransporten von 9,5 Prozent auf 1,5 Prozent. „Es wird deutlich, dass der Einsatz der Rettungsmittel sachgerechter und patientenorientierter erfolgt“, wertet die Verwaltung diese Zahlen. In der Vergangenheit seien alle Einsätze, inklusive Krankentransport, von den RTW und den bisherigen MZF gemeinsam abgewickelt worden.

Die Auswertung der Eintreffzeiten zeige, dass die RTW die Hilfsfrist von 15 Minuten unverändert stabil einhielten. Für die erforderliche Versorgung aller lebensbedrohlichen Notfälle seien im Landkreis Oldenburg sechs solcher Fahrzeuge an „strategisch platzierten Standorten“ vorhanden: Diese entsprechen den bekannten sechs Rettungswachen und den dort rund um die Uhr stationierten Fahrzeugen. „Diese Vorhaltung ist von allen Veränderungen daher gänzlich unberührt geblieben. Dies gilt ausdrücklich auch für die Zukunft“, heißt es weiter. Gleichwohl ist dem Landkreis wichtig, klarzustellen, dass dies auch so bleiben werde und „die bisherigen sechs Standorte der RTW, die rund um die Uhr für die Kreisbewohner zur Verfügung stehen, örtlich, organisatorisch und logistisch unangetastet sind und bleiben“.

Kreis will an drei Notarztstandorten festhalten

Deutlich spricht sich die Verwaltung gegen die vorgeschlagene Veränderung an der Anzahl der aktuell drei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) im Kreisgebiet aus: Zwar hätten umfangreiche Auswertungen des tatsächlichen Einsatzgeschehens in dem Projekt ergeben, dass die bisherigen drei NEF-Stationen „eigentlich nicht erforderlich seien“. Bislang sind diese Einsatzfahrzeuge in Wildeshausen, Sandkrug und Bookholzberg stationiert – die beiden Letzteren könnten der Analyse zufolge wegfallen. Jedoch: „Eine solche Reduzierung auf einen NEF-Standort ist aus Sicht der Kreisverwaltung nicht darstellbar.“ Das Festhalten an allen Standorten findet sich denn auch in einem Beschlussvorschlag des Papiers wieder. „Kreistag und Kreisverwaltung erachten auch die notärztliche Versorgung an drei Standorten im Landkreis Oldenburg für sehr gut geeignet und halten nach der aktuellen Erkenntnislage daran fest“, heißt es darin.

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