Weitere 100 Asylbewerber kommen Donnerstag/Kreis will sie behalten

Polizei: „Keine Straftaten durch Flüchtlinge“

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Landrat Carsten Harings (l.) wirbt um Spenden für Flüchtlinge.

Wildeshausen - Die Polizei und der Landkreis Oldenburg treten entschieden Gerüchten entgegen, dass es im Umfeld der zwei Flüchtlingsunterkünfte in Wildeshausen zu mehr Kriminalität komme. „Wir haben nicht eine einzige Straftat durch Flüchtlinge festgestellt“, betonte der Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen, Markus Voth, am Dienstag in einem Pressegespräch.

Zwar gebe es kleinere Streitigkeiten, diese seien aber ganz normal. Schließlich leben in den zwei Turnhallen derzeit 290 Menschen auf engem Raum. Und das sehr, sehr friedlich, ergänzte Voth. Auch von außen gebe es keine Störungen. Damit meint er rassistische Schmierereien oder gar Brandanschläge.

Landrat Carsten Harings hatte Voth und Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinksi ins Kreishaus eingeladen, um über den aktuellen Stand der Flüchtlingslage zu berichten. Auch weil der Landrat offenbar durch eine E-Mail aufgeschreckt wurde. In dieser behauptete ein Bürger, Gewaltverbrechen in Unterkünften seien an der Tagesordnung und er traue sich nicht mehr auf die Straße.

Diesem Eindruck widersprach nicht nur Voth. Auch Harings meinte, „wir haben Glück gehabt mit den Flüchtlingen“. Soviel Glück, dass er derzeit versucht, die 290 Asylbewerber nicht nur kurzfristig auf Basis der Amtshilfe im Landkreis Oldenburg zu behalten. Stattdessen sollen sie auf die Quote, die die Gemeinden des Landkreises aufnehmen müssen, aufgerechnet werden. Doch die Gespräche gestalten sich schwierig – Ende offen.

Offen ist auch, wann das Land in der Lage ist, die Flüchtlinge wieder ohne Amtshilfe der Landkreise zu registrieren. Wie Harings im Laufe des Gesprächs bekanntgab, kommen am Donnerstag weitere 100 Flüchtlinge auf Bitten aus Hannover nach Wildeshausen. Auch diese sollen in der Turnhalle des Gymnasiums und der Widukind-Halle untergebracht werden.

Die Anwohner und Schüler nehmen die neuen Nachbarn offenbar bisher gut auf. „Ich bin total dankbar für die weltoffene Wildeshauser Bevölkerung“, sagte Kuraschinski.

Aber wie viele Flüchtlinge bleiben, ist offen. Die Erfahrung zeigt, dass ein großer Teil sofort oder kurz nach der Ankunft weiterzieht. Entweder in andere europäische Länder oder zu Angehörigen in größeren Städten. Aufhalten könne man sie nicht, betonten Landkreis und Polizei. Eine Residenzpflicht gelte erst, sobald sich ein Flüchtling registriert habe und sein Asylverfahren laufe. Vorher gibt‘s allerdings auch kein „Taschengeld“.

Im Rahmen des Pressegesprächs wies Harings auch auf eine Spendenaktion hin. Ein Rentner, der lieber anonym bleiben möchte, hatte dazu den Anfang gemacht: Er steckte dem Landrat (l.) vor zwei Wochen 50 Euro für die Flüchtlinge zu. Nun legte Harings nach: Erst mit 50 Euro sowie einem Sparschwein an der Info-Theke im Kreishaus und dann mit dem Hinweis auf ein Spendenkonto, das die Malteser betreiben. Wer per Überweisung Geld spenden will, kann das an die „Flüchtlingshilfe Malteser Oldenburger Land“, Pax Bank Köln, IBAN: DE49370601201201225015 tun.

bor

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