Ausschuss spricht sich für höhere Windenergieanlagen in Aldrup aus

Weichenstellung für Repowering

Die beiden Windenergieanlagen in Aldrup (siehe Pfeile) sollen durch moderne und größere Exemplare ersetzt werden. Foto: Google-Maps

Aldrup – Behindert der Plan, zwei in Aldrup stehende Windenergieanlagen durch deutlich größere Exemplare zu ersetzen, den Bestand und die Entwicklung sowie Ausweitung des kartoffelverarbeitenden Betriebes Agrarfrost?

Diese Frage entzweit seit Frühjahr 2018 die Politik in Wildeshausen. Wie berichtet, möchte ein Nachbar von Agrarfrost seine im Jahr 2000 errichteten Windräder repowern. Die Bauwerke mit einer Nabenhöhe von 69 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 60 Metern sollen durch eine Anlage mit einer Nabenhöhe von 105 Metern und eine weitere mit einer Nabenhöhe von 125 Metern ersetzt werden. Die Rotordurchmesser betragen in beiden Fällen knapp 150 Meter.. Die produzierte Strommenge soll sich dadurch auf das Neunfache erhöhen.

Am 3. Mai 2018 waren das nötige Bauleitplanverfahren zur Flächennutzungsänderung sowie die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss gestoppt worden, weil SPD und CDU befürchteten, dass die Entwicklung von Agrarfrost behindert werden würde. Dieser Beschluss wurde rund ein halbes Jahr später auf Antrag der UWG wieder aufgehoben. Die Vorgabe lautete nun, dass die Stadtverwaltung mit den Eigentümern der betroffenen Grundstücke über Kompromisslösungen oder einen Flächentausch spricht.

Beide Fronten sind aber weiter verhärtet, teilte Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt mit. Eine vorgeschlagene Standortverlegung sei nicht realisierbar, weshalb man nun mit den Verfahren in die öffentliche Beteiligung gehen könne.

Das war auch die mehrheitliche Meinung im Ausschuss, der bei Enthaltungen von SPD und CDU die weitere Planung empfahl. Während Wolfgang Sasse (CDU) zuvor auf einen Kompromiss gedrängt und deutlich gemacht hatte, dass er sich für die wirtschaftliche Entwicklung von Agrarfrost aussprechen wolle, gab es von anderen Politikern eine andere Einschätzung.

„Das Verfahren ist genehmigungsfähig“, erklärten sowohl Bernhard Block (CDW) als auch Hermann Hitz (UWG). Andere Ausschussmitglieder wurden noch deutlicher: „Die Firma Agrarfrost hat sich offenbar nicht kooperativ verhalten“, stellte Heiner Spille (UWG) lapidar fest, und Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) betonte: „Es gibt dort noch 20 Hektar nutzbare Industrieflächen. Warum also soll es einen Flächentausch geben?“ Auch Frank Stöver (UWG) fand: „Arbeitsplätze sowie Windkraft sind wichtig. Beides hat laut Gutachten der Fachbüros aber gar keinen Einfluss aufeinander. Agrarfrost hat noch so viele Potenzialflächen. Die behindern sich gar nicht.“

Das Thema wird nun erneut nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss behandelt. Dieser tagt am 24. Oktober.  dr

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