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MIT Wildeshausen fürchtet Wegzug von Firmen

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Von: Dierk Rohdenburg

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Wertvoller Baumbestand? Die MIT möchte das Gebiet für ein Industriegebiet nutzen.
Wertvoller Baumbestand? Die MIT möchte das Gebiet für ein Industriegebiet nutzen. © dr

Wildeshausen – Die Mittelstandsvereinigung Wildeshausen (MIT) befürchtet, dass angesichts des Verzichts auf eine Bauleitplanung für das Industriegebiet Wildeshausen-West umzugsbereite Firmen aus der Kreisstadt die Geduld und die Hoffnung verlieren und sich in anderen Gemeinden oder Landkreisen umschauen.

„Ein fatales politisches Signal“, schreibt der Mit-Vorsitzende Ingo Hermes. „Die Suche nach alternativen Flächen hat noch nicht einmal begonnen. Selbst bei optimistischer Prognose wird sich ein komplett neuer Standort nicht in fünf Jahren entwickeln lassen. Zudem müssen wir uns die Frage stellen: Wollen wir in der augenblicklichen Krise wirklich wertvolles Ackerland opfern?“, so Hermes.

Die Mittelstandsvereinigung Wildeshausen hält die Fläche an der Autobahnabfahrt weiterhin für geeignet. „Bei genauerer Betrachtung der Fläche wird schnell klar, dass es sich hier nicht um einen überaus wertvollen Baumbestand handelt. Im Gegenteil, eine Aufforstung an anderer Stelle wäre wahrscheinlich weitaus hochwertiger und ökologisch wertvoller“, meint Hermes.

MIT sieht Schuld nicht ausschließlich bei der Verwaltung

Die Schuldfrage ausschließlich in Richtung Verwaltung zu schieben, könne man ebenfalls nicht unterstützen. „Natürlich sind wir der Meinung, dass die Mühlen der Verwaltung dann und wann etwas zu träge mahlen. Angesichts des ausufernden Bürokratismus ist eine gründliche Vorbereitung allerdings ein notwendiges Übel“, betont Hermes. „Wir haben die Arbeit der Verwaltung stetig verfolgt. Alle Beteiligten hatten ein großes Interesse, das Industriegebiet zu realisieren.“

Die Schuldfrage, warum das Industriegebiet kurz vor dem Scheitern steht, ist laut MIT eindeutig: „Zum einem bei dem Grundbesitzer, der natürlich als wirtschaftlich handelnde Person einen maximalen Gewinn aus dem Verkauf ziehen möchte. Er steht jetzt allerdings vor der Tatsache, dass die Fläche wahrscheinlich auf alle Zeiten zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wird und damit zwar ökologisch aufgewertet, aber ökonomisch entwertet wird“, sagt Hermes. „Zum anderen, die Teile der Politik, die nun unnötig schnell Tatsachen schaffen mussten, obwohl noch potenzielle Investoren eine Angebotsfrist ausstehen hatten. Von Parteien, die sich selbst als wirtschaftsnah bezeichnen, hätten wir mehr Weitblick erwartet.“

Es wird wohl ein Unternehmen Wildeshausen verlassen

Hermes geht davon aus, dass sich nun eine eventuell noch mögliche Realisierung weiter um mindestens ein halbes Jahr verzögern wird.

„Liebe Politiker: Leider mahlen die Mühlen in der Wirtschaft nicht so gemächlich wie bei Euch“, schreibt er. „Ein mittelständisches Unternehmen, das heute den Entschluss fällt, seinen Standort zu verlegen, wird dies in einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren vollziehen.“

Die Standortentscheidung falle dann in der Regel im ersten und zweiten Jahr. „Wir werden also wieder beobachten können, wie sich mindestens ein weiteres, wichtiges Unternehmen aus Wildeshausen verabschieden wird. Während wir noch mit der hiesigen Fleischindustrie über Unterstützung im sozialen Bereich verhandeln, werden uns Steuereinnahmen in zigfacher Höhe verloren gehen“, befürchtet Hermes.  

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