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Nach Ablehnung: Jörn Ahlers kündigt Wegzug seines Unternehmens aus Wildeshausen an

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Von: Dierk Rohdenburg

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Gespräch mit Anwohnern: Im April erläuterte Jörn Ahlers sein Projekt in Düngstrup.
Gespräch mit Anwohnern: Im April erläuterte Jörn Ahlers sein Projekt in Düngstrup. © Ahlers

Das Unternehmen Jörn Ahlers kündigt den Wegzug aus Wildeshausen an. Auch Investitionen würden nicht mehr getätigt, so der Geschäftsführer verärgert. Doch nun tut sich noch etwas in dieser Sache.

Update vom 19. September 2022: Nachdem der Bauausschuss der Stadt Wildeshausen am Donnerstag die Erweiterung der Biogasanlage von Jörn Ahlers abgelehnt hat, ist die endgültige Entscheidung dazu noch nicht gefallen. Entweder in einer nicht öffentlichen Verwaltungsausschusssitzung oder im Stadtrat könnte sie nun stattdessen in Kürze fallen.

Originalartikel vom 16. September 2022: Düngstrup – Mit großer Enttäuschung und Verärgerung reagiert Jörn Ahlers, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Familienbetriebes Ahlers aus Düngstrup, auf die Ablehnung seines Antrags, die vorhandene Biogasanlage zu erweitern und klimaneutrales Biomethan als grüne Alternative zu Erdgas einzuspeisen. Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend im Wildeshauser Bauausschuss.

Ahlers kündigte an, den Sitz des Unternehmens zu verlegen und die Investitionen in Wildeshausen einzustellen. Möglicherweise werde auch der Betrieb in Düngstrup veräußert, so Ahlers in einer ersten Reaktion.

Das Unternehmen hatte die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes beantragt. Das Ansinnen wurde aber von allen Fraktionen bis auf die CDW abgelehnt. Die Kritik richtete sich gegen die zu erwartenden Verkehrsbelastungen für das Dorf. Zudem sahen einige der Politiker das Projekt nicht so optimistisch, was die Umweltbilanz betrifft.

Ahlers: Anlage hat so keine Zukunft mehr

Ahlers betonte, dass er mit der Anlage die Produktion regenerative Kraftstoffe für 15.000 Autos aus Gülle und Mist und die Einsparung von 30.000 Tonnen CO₂ im Jahr geplant habe. Da das Erneuerbare-Energiengesetz in 2026 für die Biogasanlage in Düngstrup auslaufe, habe die vorhandene Anlage so keine Zukunft.

Ausschussmitglieder wie Ulrich Kramer (CDU) und Rainer Kolloge (UWG) hingegen äußerten wenig Begeisterung für das Vorhaben. „Die Düngstruper Straße ist nicht geeignet für den Begegnungsverkehr mit schweren Lastern“, fand Kramer. Radfahrer seien dort sehr gefährdet. Kolloge sah Belastungen auf die Stadt und die Bürger zukommen, wenn die Straßen zu sehr beschädigt werden.

„Ich halte das Projekt für überdimensioniert“, so Ulrike Berg (Grüne). „Woher kommen die Rohstoffe?“, fragte sie. „Ist die Produktion wirklich so klimaneutral?“

„Diese Anlage verändert das Dorfleben“

„Der Standort ist denkbar ungünstig“, fand Günter Lübke (Pro Wildeshausen). „Diese Anlage verändert das Dorfleben.“ Die Zahl der täglich über die Straße kommenden Laster erhöhe sich von 14 auf 40. Während der Hauptanfahrzeit käme alle 24 Minuten ein schwerer Laster durch das Dorf. Allein Claudia Gladen (CDW) brach eine Lanze für das Unternehmen: „Das ist ein zukunftsgerichtetes Projekt“, fand sie. Es könnte bis zu 7 600 Haushalte mit Strom beliefern.

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Zwar steht die Entscheidung im Verwaltungsausschuss am 22. September noch aus, doch ist dort unter normalen Umständen keine andere Entscheidung als die Ablehnung zu erwarten. Ahlers Reaktion: „Als Wildeshauser Jung blutet mir das Herz, wenn man sieht, wie hier die Investoren mit zukunftsweisenden Konzepten verjagt werden.“

Seinen Angaben zufolge macht seine Unternehmensgruppe einen Umsatz von 25 Millionen Euro und spart schon heute 25.000 Tonnen CO₂ im Jahr ein. Sie betreibt auch eine Biomethananlage in Brandenburg.

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