32 Kinder haben „Seepferdchen“ 

„Ab ins Wasser!“ – Erfolgreiche Integration durch Schwimmen

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Verena Ertelt engagiert sich für die Schwimmausbildung von Flüchtlingskindern und benachteiligten Kindern.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Kinder aus benachteiligten Familien und von Geflüchteten tauchen schnell ab, wenn es ums Schwimmen geht. Oft können sie die Kurse nicht bezahlen oder wissen nicht, wie sie an Hilfe kommen.

Sie können dann in der Schule nicht am Unterricht teilnehmen, es fehlt an Sozialkontakten und an Selbstbewusstsein. Das Wildeshauser Projekt „Ab ins Wasser! Integration und Schwimmen“ möchte etwas dagegen tun.

In Kooperation von Jugendzentrum Wildeshausen, der Deutschen-Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und des Schwimmvereins läuft derzeit der vierte Kurs seit Frühjahr vergangenen Jahres. Dort lernen Mädchen und Jungen die ersten Schwimmzüge – mit dem Ziel, zumindest das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“ zu erlangen.

Die Aktion, bei der bislang mehr als 30 Kinder das Schwimmen gelernt haben, konnte unter anderem durch die St.-Martins-Spende der St.-Peterschule finanziert werden. Die Teilnehmer werden für ein Jahr Mitglied der DLRG und haben so die Möglichkeit, am Vereinsleben teilzunehmen. Nebenbei können die Kinder ihre Schwimmfähigkeit ausbauen und weitere Abzeichen erwerben.

Sprachbarrieren werden abgebaut

Roni Moklaschi vom Jugendzentrum organisiert das Schwimmen im Krandelbad.

Roni Moklaschi vom Jugendzentrum organisiert die Teilnahme der Kinder und sorgt dafür, dass Sprachbarrieren abgebaut werden. Er selbst spricht arabisch. Verena Ertelt hat die Schwimmausbildung übernommen und kann mittlerweile auf die Unterstützung von Anfängerschwimmern zählen, die als Integrationshelfer aktiv sind. „Wir würden das gerne weitermachen“, sagen beide. 

„Es gibt eine sehr große Nachfrage. Deshalb überlegen wir auch, ob es reine Mädchen- und Frauen- sowie eine Erwachsenen-Schwimmgruppe geben sollte“, so Moklaschi und Ertelt. Allerdings, so betonen sie, seien die Spenden zu großen Teilen aufgebraucht, sodass es schön wäre, wenn weitere Unterstützung aus Wildeshausen kommen könnte. Ansprechpartner dafür wäre Moklaschi unter Telefon 04431/5868 im Jugendzentrum.

Die derzeitigen Gruppen sind bunt gemischt. Sie bestehen aus zehn Kindern, von denen sechs Geflüchtete und vier deutsche Jungen und Mädchen sind. Ziel ist es nicht nur, dass alle schwimmen lernen, sondern dass auf diesem Wege interkulturelle Begegnungen möglich sind. „Während des Schwimmens können die deutschen Sprachkenntnisse gestärkt werden“, so Moklaschi. „Kinder und Jugendliche respektieren das Anderssein der Zuwanderer als Element der kulturellen Bereicherung.“ Das, so die Hoffnung, könnte auch ein wesentlicher Schritt zu Freundschaften werden.

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