Was erwartet ihre kommunalen Nachbarn?

Neue Bürgermeister in den Gemeinden Hatten, Hude und Ganderkesee

Porträt eines Mannes
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In wenigen Tagen als Bürgermeister von Hude im Amt: Jörg Skatulla.

Ganderkesee/Hude/Hatten – Ende des Monats gehen auch die Amtszeiten der ausscheidenden Bürgermeister im Landkreis Oldenburg zu Ende. Einen Tag später steht der Amtsantritt der neu gewählten Verwaltungschefs an. Bei einiger Kontinuität wird es unweigerlich auch Veränderungen geben, was nicht zuletzt im Konzert der Kommunen im Kreis zu einigen neuen Tönen führen mag. Unsere Zeitung hat die künftigen Bürgermeister der Gemeinde Hatten, Guido Heinisch, Ganderkesee, Ralf Wessel, sowie Hude, Jörg Skatulla, gebeten, ihre Standpunkte und Ziele zu skizzieren.

Beschreiben Sie kurz Ihre Gemeinde: Was ist die größte Stärke und die größte Schwäche?

„Hatten ist eine moderne, zukunftsorientierte Gemeinde mit einem sehr großen Freizeit- und Erholungswert und einem gesunden Branchenmix“, charakterisiert Heinisch seine Heimatgemeinde. Die Menschen setzten sich in zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Kommune ein. „Natürlich kann man Gutes noch verbessern, aber große Schwächen habe ich bisher noch nicht erkennen können.“

Wessel streicht die seiner Meinung nach sehr gute Infrastruktur sowie ebensolche Verkehrsanbindung der 32 000-Einwohner-Gemeinde heraus. Die 25 Ortsteile besäßen eigene Identitäten und bildeten Dorfgemeinschaften. „Die Vielfältigkeit der Gemeinde und die vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen, Verbänden und Organisationen machen für mich das Besondere aus“, so der künftige Bürgermeister. Aber natürlich gebe es auch Herausforderungen: „Ganz aktuell die Bewältigung der Folgen der Pandemie, Investitionsbedarfe bei den Feuerwehren, in den Schulen und der Kinderbetreuung sowie den Anforderungen an die Mobilität.“

Skatulla umreißt seine Kommune folgendermaßen: „Die Gemeinde Hude zeichnet sich durch ihre Ortsteile und abwechslungsreiche Natur aus. Die sehenswerten Marsch-, Moor- und Geestlandschaft sowie Wälder laden zu Erholungs- und Erkundungstouren ein.“ Hinzu komme das über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Klosterensemble. Hude sei mitten in der Metropolregion Oldenburg-Bremen gelegen. Mit hervorragenden Verkehrsanbindungen in alle Richtungen genieße es das Image „der Gemeinde im Grünen“. Beeindruckt sei er insbesondere von den Einwohnern selbst: „Sie sind mir als engagierte und interessierte Persönlichkeiten aus allen Ortsteilen und Bauernschaften begegnet, die sehr vielseitig und überwiegend ehrenamtlich tätig sind, mitwirken wollen und denen ihre Gemeinde besonders am Herzen liegt.“ Das sei für ihn „die größte Stärke der Gemeinde“. Eine große Schwäche habe er bisher noch nicht erkennen können, so Skatulla.

Künftiger Bügermeister von Hatten: Guido Heinisch.

In welche Richtung möchten Sie Ihre Gemeinde entwickeln und was möchten Sie in Ihrer Amtszeit unbedingt erreichen?

Hatten solle zukunftsfähig und in allen Gemeindeteilen weiter lebens- und liebenswert sein, antwortet Heinisch. Neben den wichtigen Themen wie Digitalisierung und Stärkung der (Land-)Wirtschaft möchte er, dass eine Wohnraumbedarfsanalyse umgesetzt wird. „Darüber hinaus ist mir ein gemeindeübergreifendes und langfristig angelegtes Verkehrswegeentwicklungskonzept wichtig, um hier den Zustand der Straßen und Fahrrad- beziehungsweise Fußwege und den Sanierungsbedarf zu erfassen und diesen finanziell tragbar umzusetzen“, nennt er ein weiteres Ziel. Hatten solle zudem nach fünf Jahren weitere Schritte zu einer klimaneutralen Gemeinde gehen. „Ich möchte, dass wir Inklusion leben und nicht nur darüber sprechen“, so Heinisch weiter. Manchmal seien es die sogenannten „kleinen Dinge“, die den Menschen den Alltag erleichtern – „dies dürfen wir auch nicht aus dem Blick verlieren“.

„Es gilt, die Ortsteile zu erhalten und zu stärken“, setzt sich Wessel ein Ziel. „Ich möchte, dass nachfolgende Generationen in der Gemeinde auch künftig eine echte Lebensperspektive haben.“ Dazu gehörten zukunftsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze vor Ort. Dafür gelte es, entsprechende Gewerbeflächen zu erschließen. Wohnraum solle „bezahlbar und bedarfsorientiert“ sein, so Wessel, dieser müsse sich aber in die Umgebung einfügen, „dies gilt auch für dörflichen Lagen“. Als weitere Aufgaben nennt er Bildungsmöglichkeiten und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie ein ganzheitliches Mobilitätskonzept. Bei allen Entscheidungen gelte es, die „Nachhaltigkeitsaspekte angemessen zu berücksichtigen“. Aktuell wolle er die Transparenz der Ratsarbeit verbessern.

„Meine Aufgabe sehe ich darin, die bereits angestoßenen und notwendigen Entwicklungsmaßnahmen für die Gemeinde der Zukunft aktiv zu begleiten und je nach Möglichkeit zeitnah umzusetzen“, betont Skatulla. Dazu brauche es eine zukunftsfähige, effiziente und am Dienstleistungsgedanken orientierte Gemeindeverwaltung: „Teamarbeit, Stärkung der Eigenverantwortung sowie neue digitale Möglichkeiten möchte ich fördern.“ Die Leistungen der Gemeinde müssten „so schnell wie möglich möglichst klimaneutral erstellt werden“, der Klimaschutz müsse in die Gemeindeentwicklung integriert werden. Bürgerbeteiligung und Ehrenamtsförderung seien fester Bestandteil der Verwaltungs- und Ratsarbeit, so der künftige Huder Bürgermeister.

Demnächst Chef im Ganderkeseer Rathaus: Ralf Wessel.

Wie stellt sich Ihr Verhältnis zu den Nachbar-Kommunen dar? Was können diese von Ihnen erwarten?

„Ich strebe eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbar-Kommunen an, um gemeinsam die dringenden Aufgaben wie zum Beispiel die Digitalisierung in der Verwaltung gebündelt bewältigen zu können“, schreibt Heinisch. In vielen Bereichen könne eine enge Zusammenarbeit „zielführender und kostensparender“ sein.

„Ganderkesee bleibt auch nach dem Wechsel im Bürgermeisteramt ein verlässlicher Partner der Nachbar-Kommunen“, verspricht Wessel. Er werde sich persönlich als Ansprechpartner anbieten, Themen voranbringen und unterstützend tätig werden, „damit wir über die Gemeindegrenzen hinaus positive Entwicklungen umsetzen können“. Viele Themen könnten nur gemeinsam entwickelt werden.

„Als Vorsitzender des Kreissportbundes Landkreis Oldenburg habe ich immer einen guten Kontakt und Dialog mit den Bürgermeistern im Landkreis gepflegt“, berichtet Skatulla. „Aktuell lebe ich noch in der Gemeinde Hatten und mit der Gemeinde Ganderkesee bestehen bereits erfolgreiche Projekte der Zusammenarbeit.“ Mit Jürgen Krogmann, dem Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, habe er bereits vor der Wahl im Austausch gestanden. „Von mir können meine Nachbarn erwarten, dass ich offen und vertrauensvoll mit ihnen zusammenarbeiten und mich einbringen werde, wenn vor allem interkommunale Themen von Bedeutung sind.“

Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen Ihrer Kommune um dem Landkreis? Und was erwarten Sie vom neuen Landrat?

Heinisch: „Das Verhältnis der Gemeinde Hatten zum Landkreis ist bisher schon gut. Hierauf möchte ich, gerade mit einem Landrat, der aus der Gemeinde Hatten kommt, aufbauen.“ Neben der Zusammenarbeit mit den kommunalen Nachbarn sei auch ein enger Austausch mit dem Landkreis wichtig.

Die enge Zusammenarbeit der Kommunen mit dem Landkreis solle beibehalten werden, befindet Wessel: „Darüber hinaus bringt der neue Landrat Christian Pundt aus seiner Tätigkeit als Bürgermeister in Hatten die Erfahrungen einer Mitgliedsgemeinde ein, mit diesem Verständnis kann er viele Thema besser werten und im Sinne der Mitgliedsgemeinden agieren.“ Vor allem im Bereich der Mobilität könnten Kommunen und Kreis nur gemeinsam mehr erreichen.

Skatulla: „Der bisherige Landrat Carsten Harings und die Verwaltung des Landkreises waren immer darauf bedacht, ein gutes Verhältnis zu den Gemeinden im Landkreis zu pflegen. Die Zusammenarbeit und das Verhältnis sind deshalb auch so, wie es sein muss: bestens.“ Den neuen Landrat Pundt kenne er seit vielen Jahren. Er charakterisiert ihn als Teamplayer, der stets lösungsorientiert arbeitet. „Aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass wir gut miteinander auskommen werden, er für die Themen aus der Gemeinde Hude ein offenes Ohr haben wird und wir gemeinsam viel erreichen können.“  

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