Walter Rusin war auch als Laienspieler aktiv

Aufgewachsen auf einem Bauernhof

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Walter Rusin feierte seinen 90. Geburtstag.

Wildeshausen - Im Kreis der Familie, mit Nachbarn und Freunden feierte Walter Rusin aus Wildeshausen gestern seinen 90. Geburtstag. Im Oktober kommt dann der Tag, als er und seine Marianne sich vor 60 Jahren das Ja-Wort gegeben haben. „Unsere diamantene Hochzeit werden wir in größerem Rahmen feiern“, wie beide im Gespräch mit unserer Zeitung, deren Abonnenten sie seit sehr langer Zeit sind, schon mal ankündigten.

Rusin wurde in Zobten am Berg im Landkreis Breslau in Schlesien geboren und wuchs wohl behütet im Elternhaus mit drei Geschwistern auf. Sie betrieben eine kleine Landwirtschaft. Nach der Schulzeit besuchte Walter die Landwirtschaftsschule und schloss diese erfolgreich als Landwirtschaftsgehilfe ab.

Der Krieg ging auch an dem jungen Walter nicht vorbei, er wurde 1944 zur Luftwaffe eingezogen und kam nach der Ausbildung unter anderem im Kampf um Wildeshausen zum Bodeneinsatz. Das Kriegsende erlebte er im Internierungslager in Otterndorf. Dort profitierte er von seinem Beruf. Denn gleich nach der Kapitulation wurden die, die was von Landwirtschaft verstanden, für den Ernte-einsatz entlassen.

In seine Heimat konnte Walter nicht zurück, da erinnerte er sich an Wildeshausen. „Auf dem Hof Ahlers in Pestrup wurde ich freundlich aufgenommen und bin acht Jahre lang dort hängen geblieben“, erinnert sich der jetzt 90-Jährige.

Dann lernte er seine Marianne auf einem Ball bei Besuden in Düngstrup kennen, die er 1955 zum Traualtar führte. Ein Sohn und eine Tochter bereicherten die Familie.

Von Beginn an wurde das Elternhaus der Braut an der Bargloyer Straße zum Lebensmittelpunkt der Familie. Dieses wurde im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut. Auch die Rusins lebten als Wildeshauser Ackerbürger als Selbstversorger. „Dort, wo jetzt unser Wohnzimmerschrank steht, stand früher unsere Kuh“, scherzte der Jubilar. Beruflich kehrte er der Landwirtschaft den Rücken und wurde Angestellter im Landhandel, zuletzt Lkw-Fahrer.

Seine Hobbys lagen im Heimatverein Düngstrup, in dem er in der Theatergruppe vom Laienspieler und Kulissenschieber bis hin zum Bühnenwart sozusagen „Mädchen für alles“ war.

Das gleiche Herzblut brachte er als aktiver Schütze auch im Schützenverein Bühren ein. Er war Gründungsmitglied nach dem Krieg, 1958 Schützenkönig, 1988 Bundesschützenkönig, und er bildete als Schießwart junge Schützen aus.

Urlaubsreisen gingen immer in die Berge. 15 Jahre Kitzbühel, immer dieselbe Pension. „Den ,Wilden Kaiser‘ haben wir kreuz und quer durchwandert. Jetzt genieße ich meinen Ruhestand, kann Arbeit einfach liegen lassen“, betonte das Geburtstagskind.

ll

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