Im Waldorfkindergarten „Zwergenland“ stehen die Kinder gerne in der Küche

„Selbst gemachte Pizza ist ganz besonders lecker“

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Emsig bei der Sache: Aus Äpfeln wird Saft gepresst

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Noch schnell die Hände waschen und eine Schürze umlegen, und schon können sich die fünfjährigen Yuna, Lousann und Justus aus der Ganztagsgruppe des Wildeshauser Waldorfkindergartens „Zwergenland“ an die Arbeit machen: Das Mittagessen, leckere Pizza, muss vorbereitet werden.

Mittwochs ist stets Pizza- und Hirsetag, da wird für das Gericht neben Vollkorn- und Weizenmehl auch Hirse verwendet, die von den Kleinen zuvor gemahlen wird. „Die selbst gemachte Pizza ist ganz besonders lecker, die mag ich sehr gerne“, erzählt Yuna, die emsig dabei ist, den Teig zu kneten, um ihn dann ausrollen zu können: „Manchmal helfe ich auch zu Hause beim Kochen.“ Ein wachsames Auge auf alles hat die Sozialassistentin Ute Seewald.

Am großen Tisch im Gruppenraum sind die übrigen Kinder damit beschäftigt, Apfelsaft für ihren Früchtetee zu pressen. Jeder darf ein paar Äpfel in die Maschine drücken – alles unter der Aufsicht von Erzieherin Sonja Lindemann.

„Wir kochen täglich frisch mit den Kindern der Ganztagsgruppe“, erzählt Erzieherin Angela Nordbrock. Montags gebe es Gemüsesuppe, dienstags Gerstenschrot mit Tomaten-Gemüse-Soße, mittwochs Pizza, donnerstags Nudeln mit Tomaten-Gemüse-Soße und am Freitag süßen Haferbrei mit Apfelmus: „Zu jedem Essen gibt es einen Nachtisch sowie Rohkost oder frisches Obst.“

Während in der Regelgruppe nur das gesunde Frühstück täglich zubereitet wird, läuft in der Krippe neben dem Frühstück derzeit das Mittagessen-Projekt.

Die Kinder sind mittlerweile fertig mit dem Teig, der mit Tomaten-Gemüse-Soße bestrichen und mit Käse bestreut werden kann, ehe er im Ofen landet.

„Kochen ist die Grundlage der Pädagogik in jedem Waldorfkindergarten“, sagt Ute Rippe vom Vorstand des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik. Jeder Tag der Woche habe sein eigenes Getreide, sodass Reis, Hirse, Gerste, Roggen und Hafer als Brötchen, Brot Müsli oder Pizza auf den Tisch kämen: „Heimisches Obst und Gemüse sowie die für die Entwicklung der Kinder so bedeutsame Milch stehen ebenfalls stets auf dem Speiseplan.“

Jede Gruppe hat im „Zwergenland“ eine offene Küche. „Es war allerdings ein hartes Ringen, diese für den Gebrauch mit den Kindern genehmigt zu bekommen. Aber mittlerweile machen wir es seit einem Jahr“, sagt Rippe. Die Kinder zahlten pro Monat 40 Euro an Essensgeld: „Während jede Gruppe zwei Erzieherinnen hat, kommt zum Kochen täglich Frau Seewald für zwei Stunden dazu. Sie muss allerdings über die Elternbeiträge finanziert werden.“

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