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Wald nördlich der A 1 in Wildeshausen: Landschaftsschutz neben Industrie?

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Von: Dierk Rohdenburg

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Direkt an der Autobahnabfahrt Wildeshausen-West sollen ein Landschaftsschutzgebiet und das Industriegebiet ausgewiesen werden.
Direkt an der Autobahnabfahrt Wildeshausen-West sollen ein Landschaftsschutzgebiet und das Industriegebiet ausgewiesen werden. © dr

Ein Teil des Waldes nördlich der Autobahn 1 im Bereich Wildeshausen könnte Landschaftsschutzgebiet werden. Die Kreisverwaltung befürwortet das.

Wildeshausen – Große Teile des Waldes nördlich der Autobahn 1 im Bereich Wildeshausen sollten nach Einschätzung des Landkreises Oldenburg als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Die Kreistags-Grünen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Allerdings hatten sie sich erhofft, dass dadurch auch das geplante Industriegebiet Wildeshausen-West verhindert werden könnte.

Dafür gibt es laut Kreisverwaltung aber keine Möglichkeit. Sie weist darauf hin, dass für einen Teilbereich der von den Grünen genannten Fläche die Bauleitplanung der Stadt Wildeshausen für das Industriegebiet sowie Sandabbauvorhaben gilt. „Wenn eine Standortwahl mit dem Flächennutzungsplan getroffen ist“, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des heutigen Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses, „kann eine entgegenstehende Verordnung wie beispielsweise ein Landschaftsschutzgebiet nicht auf derselben Fläche erlassen werden.“ Trotz der bestehenden Bauleitplanung bleibe es jedoch unbenommen, die restliche Fläche mindestens als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Um das Areal vor schädlichen Einflüssen wie Bodenabbauvorhaben langfristig und nachhaltig zu schützen, könne eine entsprechende Ausweisung erfolgen und sei angeraten.

Noch ein Entwurf: Nördlich der A 1 könnte in Nähe des Industriegebietes ein neues Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Skizze: Landkreis
Noch ein Entwurf: Nördlich der A 1 könnte in Nähe des Industriegebietes ein neues Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Skizze: Landkreis © Landkreis

In der Vorlage der Kreisverwaltung wird die Fläche nördlich der Autobahn 1 als eine „bewegte, kleinräumig gegliederte Hochfläche der Sandgeest beidseitig des in weiten Teilen noch naturnah erhaltenen Geestgewässers Aue sowie ihrer Zuflüsse“ bezeichnet. Das Wildeshauser Dünen-Talsandgebiet gehöre zu den waldreichsten Landschaftseinheiten im Landkreis.

Allein die Waldfläche nördlich der Autobahn zwischen Hunte sowie der Abfahrt Wildeshausen-West stelle einen zusammenhängenden Waldlebensraum von rund 460 Hektar dar. Die Wald- und Heideflächen Glaner Heide/Großer Sand mit Magerrasen-Vorkommen wiesen eine hohe Bedeutung für Arten wie Brutvögel und Fledermäuse auf. Sie müssten als Lebensräume höchster Priorität eingestuft werden. Wichtig seien zudem Großsteingräber in größerer Anzahl, die Zeugen der früheren Besiedelung des Gebietes seien. „Gerade in jüngster Vergangenheit wurde im Bereich des Scharpeberges der einzigartige Fund einer unmittelbar in einer Düne beigesetzten Urne getätigt, sodass innerhalb der Dünenlandschaft mit weiteren Kulturdenkmälern zu rechnen ist“, heißt es von der Kreisverwaltung.

Nach Einschätzung der Verwaltung ist die Schutzwürdigkeit auch ohne Einbeziehung des Gewerbe- und Industriegebietes gegeben.

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