Acht Fragen vor der Landtagswahl

Kirsten Neuhaus - Am Ende wird alles gut

Kirsten Neuhaus

Hude - Im Vorfeld der Landtagswahl am 15. Oktober beantworten die Kandidaten im Wahlkreis 64 Oldenburg-Land, zu dem Wardenburg Hude, Hatten, Ganderkesee, Dötlingen und die Samtgemeinde Harpstedt gehören, politische und persönliche Fragen unserer Zeitung. Heute ist die Huderin Kirsten Neuhaus (Bündnis 90/Die Grünen) an der Reihe:

Frau Neuhaus, nach aktuellen Ausbauplanungen soll fast allen Haushalten im Landkreis Oldenburg in Zukunft eine Internetbandbreite mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Reicht das aus? Was für Maßnahmen sind in den kommenden Jahren nötig, um das Internet auszubauen?

Neuhaus: Nein, dieser vom Bundesverkehrsministerium vorangetriebene Ausbau in Kupfertechnik kann auf keinen Fall das Ende sein. Hier wird in eine Übergangstechnik investiert und durch die aktuelle Förderungspolitik die Position der Telekom zuungunsten weiterer Telekommunikationsanbieter gestärkt. Wir brauchen eine auf Glasfaser aufbauende Gigabit-Infrastruktur. Diese ist in der Lage, 1000 mbits/sec oder mehr leisten. Nur so können wir in Deutschland bei der industriellen Digitalisierung mithalten und unsere ländlich geprägten Lebens- und Wohnräume weiterentwickeln. Wir brauchen demnach eine Förderung, die den Ausbau mit Glasfaser stärkt.

Sehen sie in den rund 2000 Flüchtlingen, die derzeit im Landkreis Oldenburg leben, eher eine Chance oder ein Risiko? Warum?

Menschen in Not zu helfen, ist zentraler Bestandteil einer menschenrechtsorientierten und solidarischen Gesellschaft. Auf dieser Basis ist es wichtig, Menschen mit Würde zu behandeln und ihnen die Möglichkeit zu geben, Teil unserer bereits heute vielfältigen und bunten Gesellschaft zu werden. Diese Integration ist erfolgreich, wenn wir gewillt sind, die Geflüchteten durch Sprachbildung und Alltagsbegleitung in unsere Lebensweise einzuführen und sie auf ihrem Weg in die Arbeitsfähigkeit zu begleiten. Gleichzeitig ist es wichtig, das die Menschen, die zu uns kommen, unsere Grundwerte anerkennen, unsere Alltagsregeln achten und unsere Sprache lernen, um ein gutes Miteinader zu ermöglichen.

Beschreiben Sie bitte die Kerninteressen des Landkreises Oldenburg, die Sie auf Landesebene vertreten wollen.

Für den Landkreis Oldenburg ist mir wichtig, dass neben einer Entwicklung zum Glasfaserausbau auch ein Konzept für alternative Mobilität entwickelt wird und zum Beispiel ein Programm für Car-Sharing im Oldenburger Land entsteht. Zudem gilt es, den Nahverkehrsbereich weiter auszubauen. Zusätzlich werde ich mich dafür einsetzen, dass die gesundheitliche Versorgung von Menschen vor Ort und im ländlichen Raum gestärkt wird.

Was ist das Thema, das Ihnen am meisten am Herzen liegt?

Neben der Digitalisierung ist die Energiewende ein wichtiges Thema für mich. Die Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern ist unbedingt zu reduzieren. Zum einen richtet die Gewinnung riesige Schäden in der Natur an und der Mensch macht auch vor so sensiblen Naturräumen wie die Arktis keinen halt. Hinzu kommen die vielfältigen Folgen des Klimawandels aufgrund des starken CO2-Ausstoßes. Um hier Unabhängigkeit und Regionalität zu ermöglichen, setze ich mich dafür ein, erneuerbare Energien regional weiter zu fördern. Des Weiteren ist mir die ordnungsgemäße Finanzierung unserer Krankenhäuser sehr wichtig. Oft sehe ich, dass der wirtschaftliche Druck erheblichen Einfluss auf die stationäre und ambulante Patientenversorgung hat. Dies ist falsch, und das gut gedachte Solidarsystem fällt zunehmend auseinander. Hier ist es mir wichtig, im Konflikt zwischen dem bundesdeutschen Wettbewerb der Krankenhäuser (durch den die Anzahl von Krankenhäusern reduziert werden soll), eine Stimme für die Menschen zu sein, die vor Ort eine gute Infrastruktur an Krankenhäusern besitzen wollen.

Wie war der Name Ihres ersten Haustieres? Und was war es für ein Tier?

Ich bin auf einem ehemaligen Bauernhof groß geworden. Wir hatten mehrere Tiere bei uns zu Hause zum Beispiel Schweine, Katzen, Hühner, Gänse und Meerschweinchen. Ein Kater aus den frühen Jahren hieß Maunzer.

Erzählen Sie bitte einen Witz.

Witze erzählen liegt mir nicht so, ich bin eher der Typ „Spruch des Tages“: Ende gut – alles gut und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.

Haben Sie „Ticks“ oder eigenartige Angewohnheiten?

Hm, da fällt mir spontan ein, dass ich gerne nach dem Kuchenbacken, die letzten Überbleibsel des Teiges aus der Rührschlüssel aufschlecke.

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Biografie über Ihr Leben schreiben müssten, was für einen Titel hätte das Buch?

Ein Titel für eine Biografie könnte „Über Stock und Stein – meine beruflichen Wanderjahre“ sein, weil ich gerne etwas Neues kennenlerne, mich beständig beruflich weiterentwickle und gerne wandere/ spazieren gehe.

Alle Kandidaten, alle Ergebnisse

Die weiteren Kandidaten im Wahlkreis und die Ergebnisse am Wahlabend finden Sie in unserem Überblick.

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