Sechs Fragen zur Landtagswahl

Martin Menzen: „Risiko sehe ich in Geflüchteten nicht“

Martin Menzen

Wildeshausen - Im Vorfeld der Landtagswahl am 15. Oktober beantworten die Kandidaten im Wahlkreis 66 Cloppenburg-Nord, zu dem Wildeshausen und Großenkneten gehören, politische und persönliche Fragen unserer Zeitung. Heute ist der Kandidat der Linken, Martin Menzen, an der Reihe:

Herr Menzen, nach aktuellen Ausbauplanungen soll fast allen Haushalten im Landkreis Oldenburg in Zukunft eine Internetbandbreite mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Reicht das aus? Was für Maßnahmen sind in den kommenden Jahren nötig, um das Netz auszubauen?

50Mbit/s ist heute ein Standard, der dringend auch in unserem Wahlkreis und dem gesamten Oldenburger Land flächendeckend erreicht werden muss, aber in Anbetracht der kommenden Digitalisierung auf Dauer nicht genug sein wird. Es gilt verstärkt, den Netzausbau in kommunaler oder genossenschaftlicher Trägerschaft zu fördern, denn im ländlichen Raum wird die freie Wirtschaft alleine diesen nicht ausreichend vorantreiben. Außerdem möchte ich Freifunk-Initiativen wie Freifunk Nordwest unterstützen.

Sehen Sie in den rund 2000 Flüchtlingen, die derzeit im Landkreis Oldenburg leben, eher eine Chance oder ein Risiko? Warum?

Ein Risiko sehe ich in den Geflüchteten nicht. Im Gegenteil, wenn wir uns weiter und verstärkt für ihre Integration in unsere Gesellschaft einsetzen, sehe ich in ihnen eine Chance für unsere Region.

Beschreiben Sie die Kern-Interessen des Landkreises Oldenburg, die Sie auf Landesebene vertreten wollen.

Am wichtigsten für unsere Region sind mir die Themen des ÖPNV-Ausbaus, die Sicherstellung der Krankenversorgung und die Bekämpfung des Pflegenotstands sowie der Schutz unseres Grundwassers. Krankenhausschließungen und weitere Privatisierungen müssen verhindert werden, und in die Pflegeberufe muss massiv investiert werden. Das Thema Grundwasser muss ebenfalls wieder verstärkt auf die Agenda gerückt werden. Wenn wir in unsere Region auch in Zukunft sauberes Grundwasser haben wollen, gilt es schnell, neue und effektive Schutzmaßnahmen zu beschließen.

Was ist das Thema, das Ihnen am meisten am Herzen liegt?

Wie zuvor schon genannt, ist das Thema des ÖPNV-Ausbaus das Thema, das mir am meisten am Herzen liegt. Für die meisten Menschen in unserem Wahlkreis gibt es keine Alternative zum Auto, das möchte ich ändern. Jugendliche die zum Shoppen oder ins Kino in die Stadt fahren wollen, jeder, der ohne Autoverreisen möchte, haben viel zu oft aufgrund der katastrophalen Anbindung nicht die Möglichkeit dazu.

Haben Sie „Ticks“ oder eigenartige Angewohnheiten?

Es kommt schon mal vor, dass ich meine eigene Handschrift nicht entziffern kann.

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Biografie über Ihr Leben schreiben müssten, was für einen Titel hätte das Buch?

Zwischen Dorf und Großstadt.

Alle Kandidaten, alle Ergebnisse

Die weiteren Kandidaten im Wahlkreis und die Ergebnisse am Wahlabend finden Sie in unserem Überblick.

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