Landtagswahl Niedersachsen

Im Wahlkreis Cloppenburg-Nord scheint das Direktmandat vergeben

Wildeshausen/Großenkneten - Wie stehen die Chancen der Kandidaten im Wahlkreis 66 Cloppenburg-Nord, zu dem unter anderem Wildeshausen und Großenkneten gehören, bei der Landtagswahl am 15. Oktober ins Parlament in Hannover einzuziehen? Unsere Zeitung beleuchtet die Situation für jeden der sechs Bewerber.

Kurz vorweg und nur zur Erinnerung, die letzten Wahlen sind ja noch nicht lange her: Der Anteil an Zweitstimmen definiert, wie viele der 135 Sitze die Parteien erhalten. Diese Plätze werden erst mit den Direktkandidaten, die über die Erststimme einen der 87 Wahlkreise gewonnen haben, und dann mit den ersten Rängen der Landeslisten aufgefüllt. Sollte eine Partei mehr Direktmandate bekommen haben, als der Zweitstimmenanteil an den Sitzen hergibt, erhalten die anderen Parteien Ausgleichsmandate. 

Die Kandidaten im Überblick

Karl-Heinz Bley (CDU)

Karl-Heinz Bley (CDU) geht als Favorit ins Rennen um das Direktmandat. Erstmals siegte der Garreler, der am 6. Oktober 65 Jahre alt wird, im Jahr 2003 mit 67,6 Prozent der Erststimmen. Auch 2008 (56,4) und 2013 (55,4 Prozent) hatte er die Nase vorn. Für die Landtagswahl 2017 verzichtete Bley auf einen Platz auf der Landesliste. Der Wahlkreis gilt als sichere Sache für Kandidaten der Christdemokraten. 

Renate Geuter (SPD)

Allerdings holen die Sozialdemokraten auf. Renate Geuter vertritt den Wahlkreis seit 2003 und gewann damals 21,3 Prozent. 2008 waren es 22,9 und 2013 26,5 Prozent. Dass sie Bley, der vor vier Jahren immer noch mehr als doppelt so viele Stimmen auf sich vereinigte, ausstechen kann, erscheint dennoch unwahrscheinlich. Die 64-Jährige kam bei jeder Wahl über die Liste ins Parlament. Sie steht dieses Mal auf Platz zwölf, was zum Einzug in den Landtag langen dürfte. 2013, als die SPD landesweit auf 36 Prozent der Zweitstimmen kam, reichte es für den Kandidaten auf Rang 20 der Landesliste. In Umfragen liegen die Sozialdemokraten derzeit bei 33 (Spiegel Online) bis 34 Prozent (NDR). 

Hans-Joachim Janßen (Bündnis 90 / Die Grünen)

Mit Hans-Joachim Janßen (Grüne) und Patrick Scheelje (AfD) haben zwei weitere Kandidaten aus dem Wahlkreis 66 Chancen, über die Liste einzuziehen. Der Grüne sitzt bereits im Landtag und steht auf Listenplatz 20. Dieser hat 2013 gerade noch zum Einzug ins Parlament gereicht. Damals holte die Ökopartei allerdings 13,7 Prozent der Zweitstimmen. Laut den Umfragen liegen die Grünen derzeit bei neun bis zehn Prozent. Es bleibt also fraglich, ob Janßen Abgeordneter bleiben kann. 

Patrick Scheelje (AfD)

Die AfD liegt in den gleichen Erhebungen bei sechs bis acht Prozent. Scheelje steht auf Listenplatz 14. Die FDP konnte mit 2013 mit fast zehn Prozent der Zweitstimmen ihren Listenplatz 14 ins Parlament hieven. Scheelje muss daher hoffen, dass seine Partei noch zulegt, damit der Wildeshauser auf diesem Weg Abgeordneter werden kann. 

Marko Bahr (FDP)

Die Kandidaten Marko Bahr (FDP) und Martin Menzen (Linke) mag programmatisch nicht viel verbinden, was sie eint, ist dass sie das Direktmandat gewinnen müssten, um nach Hannover zu kommen. Bahr steht auf Platz 65 der Landesliste und damit immer noch besser als Menzen, der dort gar nicht vertreten ist.

bor

Rubriklistenbild: © dpa / Holger Hollemann

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