VSR-Gewässerschutz mit erschreckenden Ergebnissen für den hiesigen Bereich

Düngstruper Wasser ist arg mit Nitrat belastet

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Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz bei der Wasseranalyse.

Wildeshausen - Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz in den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltungen am 16. September in Wildeshausen abgegeben wurden.

In der Hälfte der analysierten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt wurde bei der Untersuchung das Wasser aus 35 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Dötlingen, Harpstedt, Colnrade und Wildeshausen analysiert. Die Gewässerexperten warnen vor einer weiteren Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden: „Es kommt dadurch zu einer unnötig hohen Nitratauswaschung ins Grundwasser.“

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 143 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Beckeln. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Colnrade mit 93 Milligramm pro Liter (mg/l), in Düngstrup mit 104 mg/l, in Wildeshausen mit 84 mg/l, in der Wiekau mit 73 mg/l, in Dötlingen mit 100 mg/l und in Heinefelde mit 85 Milligramm fest.

„Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird“, betonen die Fachleute. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Dies könne beim Absterben der Algen zum Fischsterben führen: „Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser muss bei der Düngung bedacht werden, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr kommt. Nur wenn diese in die Berechnung, mit wieviel Stickstoff die angebauten Pflanzen gedüngt werden müssen, einbezogen werden, kann eine unnötige Nitratanreicherung verhindert werden.“

Nicht nur Gartenbrunnenbesitzer, sondern auch die öffentliche Wasserversorgung ist nach Aussage der Experten darauf angewiesen, dass das Grundwasser den Grenzwert von 50 mg/l nicht überschreitet. Während die Gartenbrunnennutzer meist nur aus dem oberflächennahen Grundwasser fördere, hätten die Wasserversorger die Möglichkeit, immer tiefere Grundwasservorräte anzuzapfen oder nitratbelastes Grundwasser mit geringer belastetem zu mischen. Doch auch das reicht häufig nicht mehr aus. Um weiterhin den Grenzwert ohne eine zusätzliche teure Aufbereitung einhalten zu können, gehen viele Wasserversorger in ihrem Gebiet Kooperationen mit Landwirten ein.

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