Vorwürfe von „Courage gegen Rechts“

Pothin soll Landeselternrat verlassen

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Christian Pothin Archivfoto: Recherche Nord

Wildeshausen - Die Kommission „Courage gegen Rechts“ im Landesverband der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, den früheren AfD-Vorsitzenden im Landkreis Oldenburg, Christian Pothin, aus dem niedersächsischen Landeselternrat auszuschließen. Dieser gehört dem Gremium seit März dieses Jahres an. Pothins rassistischen und volksverhetzenden Äußerungen seien nicht hinnehmbar, teilte die Organisation am Dienstagabend mit. Pothin entgegnete auf unsere Nachfrage, die Aussagen von „Courage gegen Rechts“ seien nicht haltbar und verfasste eine entsprechende Erklärung (siehe Infokasten).

Laut der Courage-Kommission hat Pothin auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, er wolle alle „Gutmenschen in Umerziehungslager stecken“ und „Deutschland als Weltmacht ausrufen“, sollte er Bundeskanzler werden. Sein Facebook-Account ist – Stand: Mittwochabend – öffentlich und damit für Millionen von Nutzern sichtbar. Zudem hetze Pothin auf seiner für jeden einsehbaren Seite im Internet gegen private Flüchtlingsinitiativen. „Nach Auffassung der Kommission betätigt sich Pothin mit derartigen Äußerungen als politischer Brandstifter“, heißt es.

Doch nicht nur in den sozialen Netzwerken bringe Pothin seinen Hass auf die etablierte Politik, Flüchtlinge, „Gutmenschen“ und Antifaschisten zum Ausdruck. Des Weiteren erinnert die Gruppe daran, dass Pothin Ende Januar als Moderator auf der Hagida-Kundgebung in Hannover tätig gewesen sei. Später sei er dann Anmelder und Versammlungsleiter eines weiteren Pegida-Ablegers, diesmal in Oldenburg, gewesen.

„Nach den bekanntgewordenen Äußerungen und Aktivitäten Pothins in den vergangenen Monaten ist es nach Auffassung der ‚Courage gegen Rechts‘-Kommission der GEW dringend erforderlich, dass Pothin, der für den Bereich Berufsschulen im Bezirk Weser-Ems bis März 2018 gewählt wurde, umgehend aus dem Landeselternrat entfernt wird“, heißt es in der Mitteilung abschließend.

Der Leiter der Kommission, Ralf Beduhn, hat sich auch mit dem Vorsitzenden des Landeselternrates, Stefan Bredehöft, in Verbindung gesetzt, wie dieser am Mittwoch bestätigte. Bredehöft betonte, „dass wir uns klar von diesen bedenklichen Inhalten distanzieren“. Allerdings würde Pothin seine Beiträge als Privatperson posten und nicht als Mitglied des Landeselternrates. Auch während der Sitzungen sei er bislang nicht negativ aufgefallen. „Und da wir ein demokratisch gewähltes Gremium sind, können wir ihn nicht einfach ausschließen. Er müsste schon selbst zurücktreten“, sagte der Ostrittrumer, der von einer „Zwickmühle“ sprach. Er versicherte, dass der Landeselternrat die Thematik weiter im Auge behalten werde.

bor/ts

Zu den Vorwürfen gab Christian Pothin folgende Erklärung ab: „Es sind erst ein paar Tage her, als ich als Hexer den Hexensabbat beim Blutmond gefeiert habe. Was ich aber nicht ahnen konnte, ist die Tatsache, dass nun eine neuzeitige Hexenjagd veranstaltet wird – und zwar gegen Andersdenkende wie meine Person. Menschen, die sich in ihrer Meinung vom Mainstream abheben, werden konsequent verunglimpft und ja sogar verfolgt. Diese Machenschaften erinnern mich an die SA wie damals zu Adolfs Zeiten. Auch dort wurden Menschen mit einer anderen Meinung verfolgt. In einer Zeit von Gutmenschentum und gewalttätigen Antifas gilt es für viele brave Bürger, die Fahne der Demokratie und Meinungsfreiheit hoch zu halten. Sie lassen sich auch nicht beirren von irgendeiner Pseudodoppelmoral der Gutmenschen. Nur wird unsere Demokratie leider immer wieder mit Füßen getreten, und das geht gar nicht. Ich setze mich deshalb für meine Meinung und die vieler anderer ein, und ich stehe auch dazu, egal was kommt. Ich bin kein Schaf, das in der Herde mitläuft und ‚Hurra‘ schreit, wenn man den Befehl bekommt, von der Klippe zu springen. Ich bin auch nicht der Mensch der sich ein rosa Tutu anzieht, sich ein Horn auf die Stirn klebt und Glitzerstaub pupst.

Diese lächerlichen Aussagen seitens der ‚Courage gegen Rechts‘ sind meines Erachtens nicht haltbar. Dazu werde ich mich auch nicht äußern, sondern ihnen mit ‚Nichtachtung‘ begegnen. Man kann mich als Nazi, Rassist oder Klobürste bezeichnen, was mir völlig wurscht ist. Ich laufe mit offenen Augen durch die Welt und sehe, was mit unserem schönen Vaterland passiert – nein, es ist nicht alles bunt. Was ich privat schreibe oder kommentiere, ist meine Privatsache und hat mit meiner Arbeit im Elternrat nichts zu tun. Es sind für mich zwei Paar Schuhe, die ich von Anfang an getrennt habe. Ich werde auch weiter meine Meinung sagen und schreiben, solange bis in unserem Land wieder Ordnung herrscht.“

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