WZ-Aktion: Mädchen und Jungen schrauben für „Deckel gegen Polio“

„Von dem Geld wird dann Medizin für Kinder gekauft“

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Auch wenn die Box nicht ganz voll geworden ist, so konnten die Kinder immerhin rund 1 000 Plastikdeckel mit in den Kindergarten „Schatzinsel“ nehmen. Stolz präsentierten sie das Sammelergebnis.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Flinke Finger für den guten Zweck. Auf Einladung der Wildeshauser Zeitung haben sich Donnerstagmorgen einige Kinder des Kindergartens „Schatzinsel“ mit zwei Müttern und Leiterin Kerrin Mellmann auf den Weg zum E-Center am Westring in der Kreisstadt gemacht. Ziel war das dortige Leergutlager. Mit Eifer waren die Kleinen bei der Sache, die Plastikdeckel von den Flaschen zu schrauben, um sie für die Aktion „Deckel gegen Polio“ zu sammeln.

Spontan hatte Marktleiter Oliver Einemann der Aktion zugestimmt und die Türen zum Flaschenlager geöffnet: „Das ist doch eine tolle und vor allem wichtige Aktion, da helfe ich natürlich gerne.“

Mit etwas Hilfe der Erwachsenen schafften es Malte, Stina, Laura, Femke und Finja dann, in gar nicht so langer Zeit fast 1 000 Deckel in die mitgebrachte Sammelbox zu füllen, die zuvor von Mädchen und Jungen der Aktion „Gemeinsam stark – Kinder unserer Stadt“ bunt angemalt worden waren.

„Das ist eine tolle Sache, die sich die Wildeshauser Zeitung hat einfallen lassen“, betonte Mellmann. Die Sammlung laufe auch im Kindergarten auf Hochtouren: „Wir haben schon mehr als 6 000 Deckel gesammelt. Ich glaube, dass in jedem Haushalt unserer Kinder ein Sammelgefäß steht.“ Das tolle an „Deckel gegen Polio“ sei, dass wirklich jeder mitmachen kann: „Es kostet nichts als das Sammeln der Deckel, niemand muss Geld spenden.“ Zudem sei die Aktion nicht zeitlich begrenzt.

Auch Malte wusste schon, was mit den Deckeln passiert: „Die werden dann verkauft. Von dem Geld wird Medizin gekauft, damit die Kinder in anderen Ländern nicht mehr krank werden.“ „Das ist eine ganz schlimme Krankheit, die die Kinder dort haben. Darum brauchen wir ganz viele Deckel“, sagte Stina.

Immer wieder stellen sich Bürger die Frage, ob sie denn überhaupt Flaschen ohne Deckel wieder abgeben dürften. Hier heißt die Antwort ganz klar: Ja, auch Pfandflaschen ohne Deckel werden zurückgenommen. Bei Einwegflaschen muss auf dem Flaschenkörper das Pfandzeichen vorhanden sein, bei Mehrwegflaschen ist es ebenfalls unerheblich, ob der Deckel drauf ist, das Pfand wird auf alle Fälle erstattet.

Warum gerade 500 Deckel für eine Impfung? Ein einzelner Deckel wiegt rund zwei Gramm, 500 Deckel ergeben somit etwa ein Kilogramm Kunststoff. Der Erlös daraus deckt dann die Kosten für eine Impfung.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion „Deckel gegen Polio“ von Rotary, der weltweit vertretenen humanitären Service-Organisation mit mehr als 34.000 Rotary-Clubs in mehr als 200 Ländern. Seit 1985 engagieren sich die Rotarier an vorderster Front als Mitbegründer der globalen Polio-Initiative dafür, die Kinderlähmung weltweit auszurotten, und haben neben zahllosen Freiwilligeneinsätzen bei groß angelegten Impfaktionen insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Dollar dazu beigesteuert.

In der Kreisstadt war es Volker Kuhlmann, Gründungspräsident des hiesigen Clubs, der sich der Aktion spontan angenommen hat.

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