SPD und FDP kritisieren Sasses Verhalten

„Von einer echten Entschuldigung weit entfernt“

Ein weiterer Post von der Facebook-Seite Sasses.

Wildeshausen - Die Entschuldigung des stellvertretenden Wildeshauser Bürgermeisters Wolfgang Sasse am Donnerstagabend zu seinem Satire-Post auf seiner Facebook-Seite reicht ganz offenbar vielen Wildeshausern nicht. Das geht unter anderem aus Reaktionen auf der Facebook-Seite unserer Zeitung hervor.

Sasse hatte eine Abbildung gepostet, die den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz als Säufer mit einer Weinflasche auf dem Bürgersteig zeigt. Die Überschrift lautete: „Einen guten Roten erkennt man an seinem Abgang.“

In von unserer Redaktion erbetenen Stellungnahmen bekräftigen die SPD und die FDP im Stadtrat die Einschätzung, dass die Sache noch nicht vom Tisch ist. „Herr Sasse hat sich mit seinen verschiedenen Aussagen zur Weiterleitung des geschmacklosen Posts auf Facebook verrannt. Fehler macht jeder einmal, doch dann sollte man gleich dazu stehen, sich dafür entschuldigen und mögliche weitere Konsequenzen ziehen“, teilte die Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann für die SPD mit. 

„Mit den unterschiedlichen Versionen der Erklärungen und der letztendlich vor der vergangenen Ratssitzung vorgelesenen Erklärung sind viele von uns wie auch viele Bürger unzufrieden und verärgert. Einen Antrag zum Rücktritt als stellvertretender Bürgermeister wird es von uns aber nicht geben, denn wir erwarten von Herrn Sasse, dass er sich genau überlegt, ob seine Reaktion ausreicht oder ob weitere Konsequenzen notwendig sind um auch die ehrenamtliche Position des stellvertretenden Bürgermeisters nicht zu beschädigen.“

„Widersprüchliche und falsche Aussagen“

FDP-Fraktionsvorsitzender Marko Bahr stellt fest, dass durch „widersprüchliche und falsche Aussagen“ über das Posting durchaus Schaden für das Ansehen der Stadt Wildeshausen und das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters entstanden sei. „Hätte Herr Sasse gleich zu Beginn die Wahrheit gesagt und nicht fadenscheinige Ausreden gebracht, wäre mit einer Entschuldigung die Angelegenheit für die Öffentlichkeit erledigt gewesen. 

Jeder macht Fehler im Leben, und es wäre falsch, immer mit dem Finger nur auf andere zu zeigen. Die Erklärung bei der Ratssitzung am Donnerstag ist nach meiner persönlichen Auffassung weit von einer echten Entschuldigung entfernt. Wir werden als FDP-Fraktion jedoch keinen Antrag auf Abwahl stellen und hoffen, dass ein so erfahrener Politiker wie Herr Sasse selbst die richtigen Konsequenzen zieht und Verantwortung für sein Handeln übernimmt“, teilte Bahr mit.

Während die Facebook-Seite von Sasse gesperrt ist, kursieren weitere Screenshots aus diesem Jahr in sozialen Netzwerken, die zeigen sollen, dass der stellvertretende Bürgermeister gerne mal spitzzüngig Beiträge gepostet hat, die sich satirisch mit Martin Schulz auseinandersetzen. 

dr

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