Manfred Rebensburg ist seit 25 Jahren im Wildeshauser Stadtrat aktiv

Vom „Kommunisten“ zum Grünen-Politiker

Manfred Rebensburg
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Manfred Rebensburg

Wildeshausen – Die ersten Zeitungsschlagzeilen machte Manfred Rebensburg als Lehrer. Damals, Mitte der 70er-Jahre, war er Pädagoge an der Berufsschule in Wildeshausen und weigerte sich mit Kollegen, den Schülern Fünfen und Sechsen zu geben. „Das war sowieso nicht nötig, weil die alle richtig gut waren“, erinnert sich Rebensburg. Seine Weigerung führte jedoch dazu, dass er vom Dienst suspendiert und erst sieben Jahre später rehabilitiert wurde. Galt Rebensburg damals vielen Menschen als „Kommunist“, kennen ihn die meisten Wildeshauser seit Mitte der 80er-Jahre als Mitglied der Grünen, Streiter für Naturschutz und einen ausgeglichenen Haushalt.

Für diese Partei ist er mit Unterbrechungen seit 25 Jahren im Stadtrat. Weitere zehn Jahre war er auch im Kreistag aktiv. Auf eine Ehrung verzichtete Rebensburg im Dezember, weil er solche Würdigungen nicht so gerne mag. Vom Ratsvorsitzenden Günter Lübke erhielt er dennoch viel Lob. Der bezeichnete ihn als „Kenner unseres Haushaltes“, als „wichtigen Pfeiler im Stadtrat“ und als „kompetenten Ansprechpartner“, der „mit Herzblut“ Verantwortung für das Geschehen in der Heimatstadt übernimmt.

Schon früh eine Gruppe mit der CDU gegründet

Das sahen nicht alle im Stadtrat immer so. Als Rebensburg und Hartmut Liebezeit im Jahr 1996 mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl Tedsen verabredeten, eine Gruppe mit den Christdemokraten zu bilden, erinnerten sich einige an die in ihren Augen anrüchige Vergangenheit Rebensburgs und protestierten. „Es kam dann aber doch zu einer sehr guten Zusammenarbeit“, bilanziert Rebensburg heute. Als einen großen Erfolg der damaligen Ratsgruppe wertete er, dass die Kuhtrade nicht als breite Straße in die Marschwiesen gebaut wurde und somit wertvolle Natur erhalten blieb.

Mit der aktuellen Führung der Grünen auf Bundesebene fremdelt Rebensburg ein wenig, weil er seit den 80er-Jahren deutlich fundamentalere Positionen vertritt. „Aber die Partei, die komplett die eigene Meinung vertritt, gibt es nun mal nicht“, sagt er

Bau des Schwimmbades als großer Erfolg.

Als wichtige Meilensteine in seiner Ratsarbeit bezeichnet der 74-Jährige den Bau des Allwetterschwimmbades im Krandel („davon bin ich begeistert“) und die Entscheidung, die St.-Peter-Schule an die Heemstraße ziehen zu lassen. Dabei gab es viel Gegenwind, doch den ist Rebensburg nicht nur verbal gewohnt. Seit vielen Jahren ist er aktiver Radfahrer, Schwimmer, Triathlet, und 1976 legte er auf Schlittschuhen an einem Tag 200 Kilometer in den Niederlanden auf dem Eis zurück.

„Das sind Erinnerungen, die man nie vergisst“, so Rebensburg, der noch nicht entschieden hat, ob er zur nächsten Kommunalwahl noch einmal antritt. Irgendwann müsse mit der Ratsarbeit auch mal Schluss sein, findet er. Man solle abtreten, bevor man seltsame Dinge erzähle und andere darüber nur noch den Kopf schüttelten.  

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