1.000 Euro Schmerzensgeld für Opfer

Im Vollrausch zugeschlagen

Symbolbild: dpa

Wildeshausen - Laut Strafbefehl sollte ein 28-jähriger Harpstedter 1.600 Euro an die Staatskasse zahlen, weil er im Vollrausch einen 57-jährigen Wildeshauser zusammengeschlagen hatte.

Der Mann legte jedoch Widerspruch ein und erreichte so im Amtsgericht Wildeshausen, dass das Verfahren vorläufig eingestellt wurde und er lediglich 1.000 Euro zahlen muss. Das Geld geht nun in fünf Raten an das Opfer, das ohnehin gesundheitlich stark eingeschränkt ist und nach der Schlägerei einen neuen Stent ins Bein eingesetzt bekam.

Der Harpstedter war angeklagt, sich am 31. Januar in einer Kneipe an der Huntestraße in Wildeshausen in einen Rausch versetzt zu haben. Der Blutalkoholwert lag um 4.21 Uhr bei 2,24 Promille. Die Tat hatte sich laut Polizei allerdings um 3.34 Uhr ereignet. Der Mann soll dem Wildeshauser vor der Kneipe mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sich mit dem Knie auf die Bruste des Mannes gestützt haben. Dieser erlitt Verletzungen im Gesicht, an den Beinen, und aus seinen Ohren floss Blut. Es bestand der Verdacht auf Schädelbruch, der sich aber nicht bestätigte.

Dabei gab es nach Angaben des 56-Jährigen keinen plausiblen Grund für die Schlägerei. Er habe mit seinen Kumpels den Sieg beim ersten Darts-Ligaspiel feiern wollen und sich in der Kneipe verabredet. Er sei in die Gaststätte getreten und habe sich nach seinen Mitspielern umgesehen, als ein Mann auf ihn zugekommen sei. 

„Er schlug mir unvermittelt ins Gesicht. Der Wirt sagte, dass ich schnell rausgehen soll.“ Doch vor dem Lokal sei es kurz danach weitergegangen. Der Angeklagte habe ihn geschlagen, dann sei ein wesentlich größerer Mann gekommen und habe sich auf sein Bein gesetzt, um eine weitere Auseinandersetzung zu verhindern. Dieser Mann habe aber nicht geschlagen.

Zunächst behielt sich der Verteidiger vor, ebenfalls Strafanzeige gegen das Opfer zu stellen, weil sein Mandant drei Hämatome von der Auseinandersetzung davongetragen habe. Zudem gebe es Zeugen, die gesehen hätten, dass der 57-Jährige nicht nur Geschädigter gewesen sei.

Sehr schnell wurde aber klar, dass sich die Richterin darauf nicht einlassen wollte. Sie hatte auch Zweifel, ob die weiteren Zeugen zu dem Vorfall gehört werden müssen. Sie bot an, über ein Schmerzensgeld nachdenken zu wollen, um das Verfahren abzukürzen. Dem stimmte der Angeklagte nach einer Unterredung mit seinem Anwalt zu und reichte dem Opfer entschuldigend die Hand – jedoch ohne die Schuld anzuerkennen.

dr

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