Entschädigung von der Stiftung fällig

Volkshochschule zieht in Halle am Bahnhof

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Für die Räume neben der Villa Knagge hat die VHS nach eigenen Angaben noch einen sieben Jahre laufenden Mietvertrag.

Wildeshausen - Die Volkshochschule (VHS) Wildeshausen mietet ab dem 1. November eine Fläche von 600 Quadratmetern in der neuen Halle am Bahnhof für Seminarräume an. Nach Angaben des Vorsitzenden der VHS, Paul Bramlage, kann die Bildungseinrichtung dort im Obergeschoss arbeiten und hätte sogar die Option, weitere Flächen anzumieten.

Wie berichtet, muss die VHS das Seminarhaus neben der Villa Knagge verlassen, weil dort die Einrichtung eines Braugasthauses durch die Firma Nordmann geplant ist. Da der Verein jedoch nach Angaben von Bramlage noch über einen Sieben-Jahres-Vertrag verfügt, sieht er sich nicht in der Verpflichtung, die Kurse dort einzustellen. 

„Wir wurden nicht informiert, und wenn jemand möchte, dass wir ausziehen, muss er sich bei uns melden“, so Bramlage mit Blick auf die katholische Kirche und die Stiftung Johanneum. Die VHS nutzt dort 250 Quadratmeter Fläche und hat in den vergangenen 15 Jahren nach eigenen Angaben rund 50.000 Euro in die Räume investiert.

„Wir werden uns nicht gegen eine neue Nutzung stellen, aber wir hätten gerne eine finanzielle Entschädigung“, so Bramlage, der von einem „schäbigen Verhalten“ der Stiftung spricht. „Die haben bewusst nicht renoviert, weil sie das Gebäude loswerden wollten“, so der VHS-Vorsitzende. 40 Jahre habe die Stiftung jährlich rund 34.000 Euro an Miete kassiert, aber selten etwas in die Erhaltung investiert. Das Dach sei 1995 erneuert worden, später habe man die Kanalisation repariert und dafür sogar noch einen Zuschuss vom Offizialat erhalten. 

Schäden nicht beseitigt

Mehr aber auch nicht. „Im Oktober 2010 hat der Monumentendienst einen Bericht vorgelegt, dass mit höchstens 150.000 Euro alle Schäden repariert werden können. Dazu gehörten unter anderem die Dachentwässerung, Blechabdeckungen, Maßnahmen an der Vorhalle, dem Balkon sowie die Beseitigung von Rost an den Fensterstürzen“, zählt Bramlage auf. Nichts davon sei geschehen.

Dem Vernehmen nach muss die Stiftung nicht nur die VHS entschädigen. Sie muss zudem eine mittlere sechsstellige Summe an die katholische Kirche zahlen, damit der Verkauf an Nordmann über die Bühne gehen kann. Der Getränkehändler hingegen wird wohl eine etwas kleinere sechsstellige Summe an die Kirche zahlen, er muss dann aber nicht nur rund 1,5 Millionen Euro in die Sanierung stecken, sondern auch das Geld für den Umbau zum Braugasthaus aufbringen.

Unterdessen dürfte die VHS am Bahnhof unterkommen, wo dauerhaft genug Platz für Seminarräume ist. In einem Teil der Halle soll zudem das Deutsche Rote Kreuz mit dem Fuhrpark, der Kleiderkammer und den Utensilien für den Blutspendedienst unterkommen.

dr

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