Teilnahme am bundesweiten Digitaltag

Volkshochschule Wildeshausen steht vor Digitalisierungsschub

Treibt die Digitalisierung an der VHS voran: Bildungsmanager Torsten Timm.
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Treibt die Digitalisierung an der VHS voran: Bildungsmanager Torsten Timm.

Die Angebote der Volkshochschule Wildeshausen werden digitaler. In ein paar Jahren sollen Streaming und aufgezeichnete Seminare der Alltag sein. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun.

Die Volkshochschule Wildeshausen steht vor einem Digitalisierungsschub. Künftig sollen nach und nach möglichst viele Kurse nicht nur vor Ort, sondern auch übers Internet angeboten werden. Startschuss für diese Entwicklung ist die Teilnahme am bundesweiten Digitaltag, der am Freitag, 18. Juni, über die Bühne geht.

„Was wirklich alles geht, wissen viele gar nicht“, sagt Torsten Timm, der als Bildungsmanager die Digitalisierung an der VHS vorantreibt. Mit den technischen Möglichkeiten der Videoübertragung und -aufzeichnung sieht er gute Chancen, gerade im ländlichen Raum mit seinen weiten Wegen viele Menschen zu erreichen. Zum Beispiel Alleinerziehende, Schichtarbeiter oder ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität könnten zu den Zeiten, die ihnen passen, an VHS-Kursen teilnehmen, wenn sie aufgezeichnete Kurse anschauen. Außerdem würden sie sich die Anfahrt sparen, wenn sie sich per Kamera direkt in ein Unterrichtszimmer der VHS schalten.

Kursleiter intensiv fortgebildet

Es geht aber nicht nur um die Technik. „Wir haben unsere Kursleiter fortgebildet, weil sie nicht mehr den gleichen Unterricht machen können wie vorher. Das ist komplett anders. Wir müssen das neu denken“, erklärt Timm. Beispielhaft nennt er einen Videokurs. Für ein Drittel der Teilnehmer sei der Frontalunterricht richtig, während sich ein anderes Drittel langweilen würde. Da könne der Dozent dann schon Aufgaben verteilen, die diese Gruppe unabhängig von den anderen auf ihren Tablets erledigt. Gleichzeitig gebe es vielleicht auch Zuhörer, denen es zu schnell gehe, das letzte Drittel. Auch auf diese Gruppe könne auf digitalem Wege gezielt eingegangen werden, schwärmt Timm vom differenzierten Unterricht.

Dass Medien wie Twitter und Facebook auch ihre Tücken haben, will Timm ebenfalls beleuchten. Die VHS werde Kurse zu „Hatespeech und Fake News, quasi alles von Tiktok bis zum Wendler“ anbieten. Die Kompetenz der Teilnehmer aus allen Altersgruppen solle geschult werden. Am Ende sollten die Medien verstanden, aber auch kritisch hinterfragt werden können.

Angebote für Eltern: In welchem Alter braucht mein Kind ein Smartphone?

Die VHS bezieht auch Eltern ein. Dabei geht es um Fragen wie: „Wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone der Kinder?“. In der zweiten, dritten Klasse würden viele Mädchen und Jungen ein eigenes Gerät haben wollen, berichtet der Bildungsmanager. „Aber wann ist das wirklich nötig? Und was sollten Kinder in welchem Alter können?“, nennt er weitere Fragestellungen, bei denen Eltern geholfen werden soll.

Wer sich einen Eindruck davon verschaffen will, wie diese neue Unterrichtswelt aussieht, kann dies beim Digitaltag tun. Ab 17 Uhr können sich Interessierte am 18. Juni auf der Internetseite vhs-wildeshausen.de einwählen. Ab 17.30 Uhr werden sie offiziell begrüßt und von 18 bis 20 Uhr laufen vier Angebote parallel: Fotobuch erstellen, Office lernen vom Sofa, Reisebericht Island und „Hallo Beethoven! Online auf den Spuren des großen Komponisten wandeln“. Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Vermittlung von Wissen, sondern die Darstellung dessen, was im Idealfall möglich ist, sagt Timm. Die Teilnehmer können nach Lust und Laune zwischen den Angeboten wechseln. Die Dozenten kommen aus Schleswig-Holstein, dem Rheinland, Oldenburg und Braunschweig – und dort bleiben sie auch während der Vorträge.

Am 18. Juni gibt es einen Vorgeschmack

Mit Aktionen wie dieser will die VHS den Leuten Vorbehalte gegen die neue Unterrichtsform nehmen und an das Format heranführen. Allerdings gibt es rund 450 Kurse an der VHS Wildeshausen. Bis die alle auch digital zur Verfügung stehen, dürfte es Jahre dauern. Bei einigen handwerklichen Seminaren ist dies auch nur schwer möglich. Timm hofft, dass in den kommenden Jahren immerhin zehn Prozent der Kurse auch oder ausschließlich online zur Verfügung stehen.

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