Völkerverständigung im Rathaus

38 französische Austauschschüler besuchen die Kreisstadt

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Besuch aus Frankreich: Rektor Ralf Schirakowski und Bürgermeister Jens Kuraschinski mit Didier Planchais, Delphine Reubrecht sowie Philippe Hodbert (von links).

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Wasser mit dem Joch schleppen, Leder auf Holzschuhe nageln, und mit der Armbrust schießen: Im historischen Rathaus hatten 38 Austauschschüler aus Evron am Dienstagvormittag ordentlich was zu tun – sie absolvierten den „Wildeshauser Meisterbrief“.

Die Gäste aus Wildeshausens französischer Partnerstadt sind seit Montag in der Kreisstadt und bleiben bis Donnerstag kommender Woche. Auf dem Programm stehen unter anderem Fahrten nach Lübeck und ins Museumsdorf Cloppenburg sowie der Besuch des Unterrichts im Gymnasium Wildeshausen. Die Schüler des Collège Sacré-Coeur d’Evron sollen ihren Horizont erweitern.

Damit die französischen Gäste auch gut informiert durch die Stadt gehen, begrüßte Bürgermeister Jens Kuraschinski die 14 bis 15 Jahre alten Jugendlichen im historischen Rathaus, einem der ältesten Gebäude Wildeshausens. Einer der Lehrer aus Evron übersetzte. Kuraschinski startete bei der Verleihung der Stadtrechte vor 749 Jahren, ging über zur Hinrichtung eines seiner Vorgänger im Jahr 1529 und endete beim modernen Gildefest. Die jungen Franzosen lauschten besonders interessiert, als es um Jacob Lickenbergs Enthauptung sowie die Pommes Frites aus Aldrup ging. Und sie erfuhren, dass Kuraschinski nicht nur Chef der Stadtverwaltung und Bürgermeister, sondern auch General der Gilde ist.

„Das ist Europa für uns“, freute sich Didier Planchais über den Austausch zwischen seinen Schülern und dem Bürgermeister. Die Achtklässler würden „eine andere Lebensweise, eine andere Kultur kennenlernen“. Überhaupt kenne „Freundschaft keine Grenzen“, betonte der französische Deutschlehrer.

Auch Gymnasiumsleiter Ralf Schirakowski freute sich über den Besuch aus dem Nachbarland. Einige Schüler aus Evron besuchten das Gymnasium sogar für einen längeren Zeitraum von bis zu drei Monaten informierte er. Das sei „gelebter Austausch“.

Dazu gehört auch gemeinsamer Sport, der für Donnerstag geplant ist. Ansonsten verbringen die Franzosen viel Zeit in ihren Gastfamilien. Und dabei gilt: Deutsch sprechen. „Englisch ist nur das Reserverad“, meinte Lehrer Didier Planchais mit einem Augenzwinkern, bevor sich die Schüler wieder dem Meisterbrief zuwandten.

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