„Visbeker Braut“ unter dem Hammer

Zwei Areale beim Industriegebiet Wildeshausen-West werden zwangsverkauft

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Die Visbeker Braut und ein daran anschließendes Gelände sollen zwangsversteigert werden. Die Stadt könnte ein Vorkaufsrecht wahrnehmen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Während das politische Gerangel um Sinn oder Unsinn der Ausweisung eines neuen Industriegebietes Wildeshausen-West in vollem Gange ist, gibt es in dem betreffenden Bereich sowie auf Arealen, die als Ausgleichsflächen für die Waldabholzung genutzt werden könnten, interessante Verkaufsangebote.

Wie berichtet, trifft sich der Verwaltungsausschuss zu einer Sondersitzung, um über die Wahrnehmung eines Vorkaufsrechts für ein 1500 Quadratmeter großes Grundstück (Flurstück 77) zu beraten, das der Schützenverein Steinloge an Karsten Scheele, Inhaber eines Abbruch- und Sandabbauunternehmens, verkauft hatte.

Dem Vernehmen nach sollen sowohl der Verein als auch Scheele von der Stadt über das bestehende Vorkaufsrecht informiert worden sein. Beide betonen jedoch, davon nichts gewusst zu haben. Nun hat Scheele sich bei der Stadt beschwert, da der Kauf des Grundstücks seine Sandabbau-Möglichkeiten einschränken könnte.

Zwei weitere Areale mit Gebäudebestand im Bereich Aumühle stehen am Dienstag, 21. August, im Rahmen von zwei Zwangsvollstreckungen im Amtsgericht Wildeshausen zum Verkauf. Ab 9 Uhr kommt das Gaststättengebäude der „Visbeker Braut“ mit der Adresse Aumühle 80 unter den Hammer. Laut Ausschreibung hat das Grundstück (Flur 25, Flurstück 73) eine Größe von rund 2500 Quadratmetern und wird mit einem Verkehrswert von 165.000 Euro taxiert.

Eine 3000-qm-Fläche für 35.000 Euro

Ein Stück weit davon entfernt liegt das Grundstück Aumühle 79 (Flurstück 75), das rund 3000 Quadratmeter groß ist und auf dem eine Schützenhalle liegt. Gebäude und Freifläche werden mit 35.000 Euro taxiert und stehen ab 10.30 Uhr zum Verkauf.

Bereits im Jahr 2003 hatte sich die Stadt Wildeshausen für die Flurstücke im Gebiet des geplanten Industriegebietes per Satzung ein Vorkaufsrecht zugebilligt. Das Grundstück, das Scheele erwerben wollte, ist dort ebenso aufgelistet wie die nun vor Gericht im Rahmen der Zwangsvollstreckung unter den Hammer kommenden Areale. 

Ob die Stadt Wildeshausen dem Gericht ihr Recht mitgeteilt hat, ließ sich am Montag nicht in Erfahrung bringen. In den Unterlagen des Amtsgerichts ist davon nicht die Rede.

Vor zwei Jahren machte der Ausschuss kein Vorkaufsrecht geltend

Interessant ist, dass der Verwaltungsausschuss vor zwei Jahren, als die Flurstücke 73 und 75 schon einmal zum Verkauf standen, kein Vorkaufsrecht geltend gemacht hatte. Damals – vor der Kommunalwahl – war der Verwaltungsausschuss auch noch anders besetzt. 

Im Mai hingegen hatte das Gremium das Vorkaufsrecht für ein 45.000 Quadratmeter großes Areal mit zwei Grundstücken in Aumühle beschlossen. Es liegt zwischen der Ferienhaussiedlung und der Autobahn – und wäre somit eine gute Ausgleichsfläche für den Waldabbau.

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