Die Arbeiten starten:

Erste Handwerker bei der Villa Knagge

Vor der Villa Knagge steht jetzt ein Gerüst.
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Vor der Villa Knagge steht jetzt ein Gerüst.

Wildeshausen – Bei der Villa Knagge an der Ahlhorner Straße in Wildeshausen sind am Mittwoch die ersten Handwerker angerückt. Sie öffneten die Böden der Veranda und des Balkons und entsorgten das morsche Holz. Zudem wird der Bereich direkt vor der Villa ausgebaggert. Vor dem Gebäude steht ein erstes Gerüst. Die aufwendigen Arbeiten an den Holzornamenten beginnen später. 

Artikel vom Dienstag: Dass die denkmalgeschützte Villa Knagge an der Ahlhorner Straße in Wildeshausen neue Besitzer hat und schon bald wieder genutzt werden soll, können die Bürger wohl schon in den nächsten Wochen sehen.

Nach Angaben von Notar Volker Pickart gehen die Handwerker noch im Herbst an den Start und werden die Veranda mit hölzerner Pergola sowie den darüber liegenden Balkon bearbeiten und die Teile ersetzen, die zu stark beschädigt sind.

„Wir haben die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für die Sanierung“, betont Pickart. Wie berichtet, hat die Anwalts- und Notarkanzlei Dr. Meyer, Vock und Dr. Pickart im Sommer das Ensemble mit Gärtnerhaus erworben. Der Bebauungsplan, der in Zukunft ein „Urbanes Gebiet“ ausweisen soll, ist jedoch noch nicht geändert. Und die erneute öffentliche Auslegung wurde verschoben. Zwei Gründe sind dafür entscheidend: Einerseits haben Ann-Kathrin und Volker Pickart vor Kurzem das ehemalige Seminarhaus der Volkshochschule von Helmut Müller erworben, was eine nochmalige Überarbeitung des Bebauungsplanes nötig macht. Andererseits gibt es naturschutzrechtliche Bedenken, was das Beschneiden und Ausdünnen der mittlerweile recht stattlich gewordenen Bepflanzung betrifft. Die Ilex-Gehölze stehen unter Schutz, und auch die Eiben dürfen nicht einfach weggenommen werden. „Wir würden den Bewuchs zur Straße gerne zurückschneiden“, umreißt Pickart das Problem. Das sei sinnvoll, um die Zufahrt etwas breiter zu gestalten. Zudem solle der Blick auf das Ensemble von der Ahlhorner Straße wieder freigegeben werden.

Anwälte setzen auf Zusage der Stadt

Die Anwälte und Notare sehen keine größeren Probleme, sich mit den zuständigen Behörden abzustimmen. „Eine etwas spätere Änderung des Bebauungsplanes“, so Pickart, „ist nicht weiter tragisch, da wir auf die Zusage der Stadtverwaltung und der Politik setzen, schon bald eine neue Baurechtsgrundlage zu haben.“ Weil das so sei, haben man bereits die ersten Handwerksleistungen ausgeschrieben. Der Umzug sei dann für Herbst 2022 geplant.

Sanierungsbedürftig: Insbesondere Holzarbeiten müssen repariert oder ersetzt werden.

Im Hauptgebäude sollen nach Angaben von Meyer, Vock und Pickart Büroräume und Arbeitsplätze für vier bis sechs Rechtsanwälte und Notare sowie 15 weitere Büromitarbeiter entstehen. Die Flächen vor und hinter der Villa möchten die neuen Besitzer als Landschaftsgarten und Park erhalten sowie verschönern. Um diesen nicht übermäßig durch Autoparkplätze zu beeinträchtigen, sollen westlich der Zuwegung zum Kindergarten Knaggerei zusätzliche Stellflächen eingerichtet werden.

Die Villa Knagge wurde 1852 für den Kaufmann Johannes L. J. Knagge erbaut, 1906 ist das Gebäude um ein Giebelmosaik und einen Jugendstil-Fries ergänzt worden. Seit September 2016 steht das einzigartige Ensemble leer und wurde nur notdürftig gesichert.  

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