Verwaltung reagiert auf neue Rahmenbedingungen in der Innenstadt

Vier Vorschläge für den Verkehr

Hier sind Veränderungen geplant: Auf der Kreuzung Wittekindstraße/Zwischenbrücken (im Uhrzeigersinn von links oben) soll ein „überfahrbarer Kreisel“ installiert werden. Die Ladestraße soll eine Fahrradstraße werden. Eine Ampel soll die Kreuzung Bahnhofstraße/Heemstraße sicherer für Grundschüler machen, und die Parkplätze an der Huntestraße sollen nicht mehr schräg, sondern gerade angeordnet sein. 
Fotos: bornholt
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Hier sind Veränderungen geplant: Auf der Kreuzung Wittekindstraße/Zwischenbrücken (im Uhrzeigersinn von links oben) soll ein „überfahrbarer Kreisel“ installiert werden. Die Ladestraße soll eine Fahrradstraße werden. Eine Ampel soll die Kreuzung Bahnhofstraße/Heemstraße sicherer für Grundschüler machen, und die Parkplätze an der Huntestraße sollen nicht mehr schräg, sondern gerade angeordnet sein. Fotos: bornholt

Wildeshausen – Die Wildeshauser Stadtverwaltung hat vier Maßnahmen ins Auge gefasst, um den Verkehr im Kernbereich neu zu lenken und auf Veränderungen in der Stadt zu reagieren. Im Einzelnen schlägt die Verwaltung vor, einen Kreisverkehr an der Kreuzung Wittekindstraße/Zwischenbrücken vor der alten Feuerwehr zu bauen. Es soll ein „überfahrbahrer Kreisel“ sein, wie aus Unterlagen zur Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 25. Juni, ab 18.15 Uhr in der Turnhalle der Wallschule hervorgeht.

Außerdem möchte die Verwaltung eine neue Ampel an der Kreuzung Heemstraße/Bahnhofstraße installieren. Eine weitere Maßnahme betrifft die Innenstadt direkt: Die Schrägparkplätze an der Huntestraße sollen Längsstellflächen weichen. Und viertens plant die Verwaltung eine „Fahrrad-Premiumroute“ vom „Lampenweg“ beim Baugebiet „Vor Bargloy“ bis zur Harpstedter Straße am anderen Ende der Stadt. Die Strecke nimmt folgenden Verlauf: Kapitän-Strasser-Straße, Bargloyer Weg, Bargloyer Straße, Wilhelmshöhe, Ladestraße, Bahnhofstraße, Westerstraße, Huntestraße und Zwischenbrücken.

Vorrang für Radfahrer auf der Ladestraße

Dabei soll die Ladestraße, die von der Ahlhorner Straße zum Bahnhof führt, in eine Fahrradstraße umgewandelt werden. Das heißt, die Fahrbahn gehört den Radlern, die bevorrechtigt gegenüber Autofahrern wären. Fahrradstraßen sind grundsätzlich für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Oft erlauben aber Zusatzschilder, dass Autos trotzdem dort unterwegs sein dürfen – aber eben mit großer Rücksicht auf die Radfahrer.

Als Grund für diese Neubetrachtung führt die Verwaltung mehrere Veränderungen im Kernbereich Wildeshausens an: Die St.-Peter-Schule ist ab Sommer 2021 an der Heemstraße zu Hause und die Agentur für Arbeit sowie die Volkshochschule sind an einen neuen Standort am Bahnhof gezogen. Außerdem sind an der Kokenstraße Parkplätze wegen eines Neubauprojekts weggefallen und Busse befahren die Wittekind-/Kaiserstraße nur noch in eine Richtung. Zudem gibt es zwei neue „Bike+Ride“-Anlagen am Bahnhof und auf dem Stellmacherplatz sowie ein überregionales Radverkehrskonzept.

Eine Menge Vorschläge, mit denen sich jetzt die Politik beschäftigen wird. Im vergangenen Jahr hatte es diverse Vorstöße von Fraktionen gegeben, den Verkehr in der Stadt neu zu organisieren – vom autofreien Sonntag in der Innenstadt bis hin zu Einbahnstraßen im Kernbereich. „Aufgrund verschiedener Anträge hat die Verwaltung konzeptionelle Überlegungen angestellt, welche in weiten Teilen die Wünsche und die geänderten Rahmenbedingungen berücksichtigen“, heißt es in der Vorlage.

Erst einmal keine neuen Einbahnstraßen

Allerdings werde die Einbahnstraßenregelung „gegenwärtig nicht weiter verfolgt“, heißt es im Beschlussvorschlag der Verwaltung. In den Verkehrsentwicklungsplänen der vergangenen Jahre war eine solche Möglichkeit immer mal wieder diskutiert worden. So sollte der Verkehr besser durch die Innenstadt fließen.

Ebenfalls – zumindest kurzfristig – nicht mehr auf der Agenda steht die erweiterte Parkraumbewirtschaftung. Im Haushalt 2020 waren schon 55 000 Euro für eine Schranke am Gildeplatz und 80 000 Euro für die Neuanschaffung von Parkscheinautomaten innerhalb der Wallanlage eingestellt gewesen. Darüber soll zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden.

Der Bauausschuss wird jetzt öffentlich über die Vorschläge der Verwaltung beraten und eine Beschlussempfehlung treffen. Die letztliche Entscheidung soll dann nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss fallen. Ein Zeitplan, wann die einzelnen Maßnahmen umgesetzt werden, ist der Beschlussvorlage nicht beigefügt.

Von Ove Bornholt

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