Dokumentation über Auswandererschicksale nun im Besitz des Geschichtsvereins

Viele Wildeshauser suchten ihr Glück in den USA

Eva-Maria Ameskamp, Bernd Oeljeschläger, Cornelia Harms und Wolfgang Pohl (v.l.) stellen die Dokumentation vor. - Foto: dr

Wildeshausen - Mitte des 19. Jahrhunderts verließen mehrere hundert Wildeshauser ihre Stadt in Richtung Amerika, weil sie hier keine Perspektiven mehr sahen. Über diese Auswanderung forschten von 1998 bis 2000 Wildeshauser Gymnasiumsschüler unter der Leitung ihres Lehrers Wolfgang Pohl. Diese umfangreiche Dokumentation übergab der 63-Jährige nun dem Bürger- und Geschichtsverein.

„Es ist schön, dass wir einen weiteren Baustein Wildeshauser Geschichte in unser Archiv aufnehmen können“, kommentierte Bernd Oeljeschläger als Vorsitzender des Vereins am Dienstag erfreut die Übergabe. Die Historikerinnen Eva-Maria Ameskamp und Cornelia Harms haben sich bereits in die Akten eingelesen und können so Anfragen, beispielsweise aus den USA, kompetenter beantworten.

Pohl hatte die Forschungen damals im Rahmen eines Comenius-Projektes angestoßen. Nach der Lektüre des Buches „Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer“, das von einer Ausreise von Mecklenburg in die USA berichtet, stellten sich die Schüler die Frage, wie es Menschen aus dem Alten Amt Wildeshausen ergangen war.

Durch Forschungen im Staatsarchiv Oldenburg in Auswandererakten und bei der Forschungsstelle der Uni Oldenburg erhielten die Schüler erste Namen und Berufsbezeichnungen von aus der Region ausgewanderten Menschen, die hier ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten oder als Bauern kein Land erhielten. Von 1843 bis 1868 verließen 137 Menschen mit Erlaubnis der Behörden Wildeshausen. „Mindestens doppelt so viele sind aber illegal ausgereist“, sagt Pohl. Aus dem Kirchspiel Großenkneten reisten allein in der Zeit von 1864 bis 1874 337 Personen aus. Ganze Familien fanden in den USA eine neue Heimat, viele leben noch heute in ihren Dörfern und sprechen englisch und plattdeutsch.

„Es gab auch nach Abschluss des Projektes noch viele Nachfragen“, berichtete Pohl. Offiziell beendet wurde die Arbeit mit einem Vortrag und einer Dia-Schau im Rathaus. Die Homepage mit der Dokumentation ist erst einmal nicht mehr im Internet zu sehen.

Nun liegen die zahlreichen Ordner im Büro des Geschichtsvereins. „Es wäre schön, wenn Wolfgang Pohl daran weiterarbeiten würde“, so Oeljeschläger. Das kann er sich zwar grundsätzlich vorstellen, möchte aber erst einmal das Berufsleben beenden, bevor er sich neuen/alten Aufgaben widmet. - dr

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