Bedarf an Rat und Kleidung wächst beständig 

Viele werdende Mütter benötigen unmittelbare Hilfe

Michaela Blömer, Sabine Bernhold und Vereinsvorsitzende Christa Heimermann (v.l.) in der Kleiderkammer von „donum vitae“.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Frauen, die Vollzeit im Supermarkt arbeiten, aber ihre kleine Familie nur mit „Aufstockung“ durch den Staat finanzieren können. Wildeshauserinnen, die bis zur 38. Woche die Schwangerschaft verdrängen und erst in großer Not Hilfe suchen.

Bürgerinnen aus dem EU-Ausland, die auf den letzten Drücker eine Erstlingsausstattung für ihr Baby benötigen – der Bedarf an Beratung und Hilfe wächst bei „donum vitae“ in Wildeshausen beständig.

Die Sozialpädagoginnen Sabine Bernhold und Brigitte Meyer-Tönies haben seit diesem Jahr zehn Wochenstunden mehr für die Beratung. „Bei der derzeitigen Nachfrage ist das aber auch unbedingt nötig“, betont Bernhold.

Das lässt sich leicht an einer Zahl belegen. Gab es im Jahr 2015 347 Beratungen, sind es in diesem Jahr bereits mehr als 450. „Und wir haben noch über einen Monat bis zum Jahresende“, sagt Bernhold.

Die Situation von Frauen wird demnach nicht besser. Sie ist in der Kreisstadt aber auch sehr speziell. Hier kommen viele Frauen aus dem EU-Ausland zur Beratung, die entweder selbst in der geflügelverarbeitenden Industrie tätig waren oder ihren dort arbeitenden Mann begleiten. Dazu natürlich die große Zahl an geflüchteten Frauen – und die konstant hohe Zahl von Schwangeren aus dem gesamten Landkreis.

Die Beratung reicht von der Hilfe bei psychischer und körperlicher Überforderung über die Lösungssuche bei schwieriger Wohnsituation bis in zu ungewollter Schwangerschaft. Gleichzeitig werden Mädchen und Jungs darüber informiert, wie sie verhüten können und was eine Schwangerschaft sowie die Elternschaft bedeuten.

Jedes Jahr aufs Neue zeigt sich für die Schwangerenberatungsstelle aber auch, dass viele Frauen angesichts der bevorstehenden Geburt ihres Kindes nicht über eine Erstlingsausstattung verfügen und sich den Kauf auch gar nicht leisten können.

„Da ist es gut, wenn wir unkompliziert und unmittelbar helfen können“, sagt Bernhold. Seit fast zwei Jahren können sich die Pädagoginnen auf die ehrenamtliche Hilfe von Michaela Blömer stützen, die die kleine Babykleiderkammer im Keller organisiert. Dort gibt es aber nicht nur Babyausstattungen in vielen Größen, sondern auch Kinderwagen, -betten sowie Babyschalen für das Auto –  zumindest dann, wenn etwas gespendet wird.

„Derzeit haben wir hier aber keinen einzigen Kinderwagen“, sagt Blömer, die jedoch von vier Müttern weiß, die dringend einen benötigen. Auch Kinderbetten sind nicht vorhanden, kleine Babysachen bis Größe 69 sind ebenfalls sehr begehrt. „Ich sortiere das alles und gebe größere Kleidungsstücke an die DRK-Kleiderkammer“, berichtet Blömer.

Nun hofft sie zusammen mit den hauptberuflichen Mitarbeitern von „donum vitae“, dass viele Bürger in ihren Schränken nachschauen, ob sie noch Erstlingsausstattungen oder Kinderutensilien haben. Wer mag, kann auch Windeln vorbeibringen oder Geld an den Verein (IBAN DE90280662140019518900) spenden. Sachspenden können unter Tel. 04431/73220 angemeldet oder montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr an der Wittekindstraße 6 vorbeigebracht werden.

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