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Viele Ukrainer melden sich in Wildeshausen an: Starkes Interesse an Deutschkursen

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Von: Ove Bornholt

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Die Integrationskurse der VHS Wildeshausen werden hauptsächlich von Ukrainern genutzt.
Die Integrationskurse der VHS Wildeshausen werden hauptsächlich von Ukrainern genutzt. © dpa

Die Integrationskurse der Volkshochschule Wildeshausen sind zurzeit bei ukrainischen Flüchtlingen sehr beliebt. Es wird von einer starken Nachfrage berichtet.

Wildeshausen – Rund 800 geflüchtete Ukrainer leben im Landkreis Oldenburg. Wie lange, kann zurzeit niemand seriös sagen, allerdings besteht offenbar ein starkes Interesse daran, Deutsch zu lernen. „Wir registrieren derzeit eine große Zahl von Anmeldungen zu Deutschkursen von ukrainischen Geflüchteten“, teilte Hinrich Ricklefs, Leiter der Volkshochschule (VHS) in Wildeshausen, auf Nachfrage mit.

Die VHS bietet die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanzierten Integrationskurse an, in denen die ukrainischen Geflüchteten die deutsche Sprache lernen können. Hierfür ist eine Antragsstellung beim BAMF erforderlich. Benötigt werden für den Antrag laut VHS das Ausweisdokument und der Aufenthaltstitel. Sobald die Behörde grünes Licht gibt, können die Ukrainer nach einem Einstufungstest den Integrationskurs kostenfrei besuchen und erhalten auch gegebenenfalls Zuschüsse für ein Busticket. „Am Montagmorgen hat beispielsweise ein Integrationskurs mit der Maximalteilnehmerzahl von 25 Personen begonnen, der hauptsächlich von ukrainischen Geflüchteten besucht wird“, sagte Antina Peters, die sich bei der VHS um diesen Bereich kümmert. Der nächste Kurs starte am 8. Juni, da die Nachfrage zurzeit außerordentlich hoch sei.

Lehrkräfte brauchen Studium

„Bisher komme ich mit den mir zur Verfügung stehenden Lehrkräften noch aus, dies kann sich bei konstant hoher Nachfrage aber durchaus ändern“, so Peters. Für das Unterrichten in Integrationskursen sei eine Zulassung durch das BAMF zwingende Voraussetzung. Konkret bedeute das ein Studium der Germanistik, Deutsch als Fremdsprache oder eine ähnliche Qualifikation.

Parallel zu den Integrationskursen gibt es die Kurse „Deutsch für Geflüchtete“. „Durch die deutlich zurückgegangene Förderung in den vergangenen Jahren können wir derzeit aber nur noch einen Kurs anbieten“, informierte Peters. Ihrer Einschätzung nach dürften die ukrainischen Geflüchteten auch in diesen Kursen aufgenommen werden, da Herkunftsland und Aufenthaltsstatus nicht vorgegeben sind. „Für uns kam eine Beschulung in den Kursen ,Deutsch für Geflüchtete‘ aber von Anfang an nicht infrage, da das BAMF sehr schnell und frühzeitig die Integrationskurse für die ukrainischen Geflüchteten geöffnet hat und die Zahl der vom Land geförderten Deutschkurse stark begrenzt ist.“

Schulpflicht für Kinder wird nicht durchgesetzt

Ein anderes Thema ist die Beschulung von ukrainischen Kindern. Zurzeit würden an sämtlichen Schulen im Landkreis Oldenburg weniger als 70 Mädchen und Jungen aus der Ukraine beschult, sagte Maik Ehlers vom Kreis-Schulamt. Theoretisch gelte zwar eine Schulpflicht für alle, aber „wir warten seit Wochen auf eine Marschroute vom Kultusministerium, was dieses Thema angeht“. Von sich aus wolle der Landkreis nicht tätig werden, um nicht noch mehr Probleme für die Geflüchteten zu verursachen. „Wir fassen das Thema nicht an.“ Zumal viele Kinder und Jugendliche digital an die Heimat und damit den Unterricht dort angebunden seien.

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