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Viele sind viel zu schnell unterwegs

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Von: Dierk Rohdenburg

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Präventiv in Wildeshausen aktiv: Ann-Kathrin Wiedenfeld, Julia Baute, Gerd Herrmann, Michael Müller, Jens Kuraschinski und Matthias Grafe (v.l.).
Präventiv in Wildeshausen aktiv: Ann-Kathrin Wiedenfeld, Julia Baute, Gerd Herrmann, Michael Müller, Jens Kuraschinski und Matthias Grafe (v.l.). © dr

Wildeshausen – Fußgänger, Rad- und Autofahrer – auf der Wester- und der Huntestraße in Wildeshausen treffen Menschen aufeinander, die sich unterschiedlich schnell fortbewegen. Was viele Bürger aber nicht wissen: Im verkehrsberuhigten Bereich haben alle Verkehrsteilnehmer die gleichen Rechte. Jeder muss auf den anderen achten, und da ist es unerheblich, wer einen PS-starken Motor hat und wer im Rollstuhl unterwegs ist.

„Viele Leute denken zudem, dass sie hier 30 Stundenkilometer schnell fahren dürfen. Erlaubt sind aber nur sieben“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski, der am Donnerstag auf dem Wildeshauser Wochenmarkt im Rahmen einer Präventionsveranstaltung unterwegs war. Mit dabei waren Michael Müller vom Stadtmarketing, Julia Baute vom Ordnungsamt, Gerd Herrmann von der Verkehrswacht sowie von der Polizei Ann-Kathrin Wiedenfeld, Sebastian Nietsch, Simone Henken und Matthias Grafe (Kontaktbeamter).

„Wir hatten regen Zuspruch“, bilanziert Wiedenfeld. „Uns ging es darum, möglichst viel Kontakt zu den Bürgern herzustellen. Die Resonanz war groß und positiv.“

Die Beteiligten verteilten unter anderem ein Faltblatt der Stadt Wildeshausen mit „Informationen zu den Regeln im verkehrsberuhigten Bereich“. „Das haben wir auch in anderen Sprachen aufgelegt, weil wir viele Nationalitäten in Wildeshausen haben“, berichtete Kuraschinski.

„Theoretisch darf man hier Fußball spielen“

„Es gibt in diesem verkehrsberuhigten Bereich keine separaten Plätze für bestimmte Fahrzeuge“, betonte Wiedenfeld. „Theoretisch dürfte man auf der Westerstraße sogar Fußball spielen. Verboten ist es auf jeden Fall nicht.“

Das Thema Sicherheit lag Herrmann ganz besonders am Herzen. Deshalb hatte er auf dem Pflaster des Wochenmarktes einen Bereich markiert, auf dem man erkennen konnte, wie schnell die Reaktionszeit und der Bremsweg bei der Fahrt mit einem Pedelec sind, wenn dieses mit zehn oder 20 Stundenkilomter fährt. Insbesondere ältere Menschen würden die Geschwindigkeit des Fahrzeugs schnell unterschätzen, so seine Erfahrung.

Aus diesem Grund bietet die Verkehrswacht in Wildeshausen sowie Ganderkesee Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene an, bei denen es nicht nur um theoretische Grundlagen, sondern auch um Praxisbeispiele geht. „Wer daran teilnimmt, erhält einen Gutschein, mit dem die Hälfte des Kaufpreises für einen Fahrradhelm übernommen wird“, betont Herrmann. Er sei immer wieder überrascht, wie viele Menschen ihr Smartphone stoßsicher einpacken würden, den Kopf aber beim Fahren ungeschützt lassen.

Angesichts der positiven Resonanz auf die Aktion beschlossen alle Beteiligten, jedes halbe Jahr einen Infostand aufzubauen.  

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