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Betrugszahlen steigen: Sie wollen nur die TAN und räumen dann das Konto leer

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Von: Dierk Rohdenburg

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Türöffner auf das Konto: die TAN.
Türöffner auf das Konto: die TAN. © dpa

In den vergangenen Tagen häufen sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch Fälle, in denen spätere Geschädigte von vermeintlichen Bankmitarbeitern angerufen und zur Angabe oder Freigabe von Transaktionsnummern aufgefordert werden.

Mit diesen TAN erstellen die Betrüger digitale Kopien der Zahlkarten, mit denen sie im weiteren Verlauf Verfügungen vornehmen.

Die Polizei weist nochmal eindringlich darauf hin, dass persönliche Identifikationsnummern (PIN) oder Transaktionsnummern (TAN) niemals an Dritte herausgegeben werden sollten. Weder Amtspersonen (Polizeibeamte) noch Mitarbeiter von Geldinstituten fragen nach diesen Nummern.

Es gibt weitere Betrugsversuche

„Hallo Mama, hallo Papa, mein Handy ist kaputt und ich habe eine neue Nummer!“ Mit solchen oder ähnlichen Formulierungen beginnt meist eine dreiste Betrugsmasche, bei denen die Täter Messenger-Diensten wie WhatsApp nutzen und viele Tausend Euro erbeuten.

„Das Ziel dieser Masche ist dann zunächst, dass die Angeschriebenen reagieren - und dabei im Idealfall den Namen des Angehörigen nennen, den sie als Verfasser der Nachricht vermuten“, so Polizeipressesprecher Stephan Klatte. „In der Folge entwickelt sich nun ein Dialog, in dem die angeblichen Verwandten zunächst erklären, warum sie ein neues Handy oder eine neue Mobilnummer haben. Beispielsweise wird vorgegeben, dass das Mobiltelefon defekt oder gestohlen worden sei. Die angeblichen Angehörigen hätten sich umgehend ein Handy leihen oder auf andere Art beschaffen müssen, um erreichbar zu sein.“

Betrugsversuch: So beginnt oftmals ein Chat, mit dem „Verwandte“ um Geld gebeten werden.
Betrugsversuch: So beginnt oftmals ein Chat, mit dem „Verwandte“ um Geld gebeten werden. © Polizei

Sobald die Geschädigten „angebissen“ haben und davon überzeugt sind, mit dem Sohn, der Tochter oder auch mit einem Enkel zu kommunizieren, lassen die Täter die Katze aus dem Sack: „Kannst du mir einen Gefallen tun? Auf dem neuen Handy ist meine Banking-App noch nicht freigeschaltet und ich muss dringend mehrere Überweisungen tätigen! Kannst du das für mich übernehmen?“

Opfer überweisen mehrere Tausend Euro

In immer noch sehr vielen Fällen überweisen die Betrugsopfer dann Geld – teilweise bis zu mehreren Tausend Euro, ohne zu merken, dass es sich bei den Bankdaten um vollkommen fremde Konten handelt.

Die überwiesenen Geldbeträge werden dann von den Tätern innerhalb weniger Minuten weltweit transferiert, die Auszahlung erfolgt schließlich im Ausland.

Diese Betrugsmasche ist nicht nur mit hohen persönlichen Schadenssummen verbunden, sondern für die Opfer auch mit schweren psychischen Folgen. Die Polizei geht davon aus, dass die Betrüger wahllos an unzählige Handynummern, die mit einem WhatsApp-Account verbunden sind, derartige Nachrichten versenden. Sobald ein Opfer reagiert und antwortet, setzen die Betrüger ihre Tat fort.

Das für Betrugsfälle zuständige Fachkommissariat der Oldenburger Polizei hat nach eigenen Angaben derzeit 37 solcher Fälle in Bearbeitung, darunter elf vollendete Delikte, bei denen bereits finanzielle Schäden eingetreten sind. In einem dieser Fälle hatte eine 58-jährige Oldenburgerin in der vergangenen Woche insgesamt 6.980 Euro überwiesen, ohne zu merken, dass sie per WhatsApp nicht mit ihrer Tochter, sondern mit einem Betrüger kommunizierte.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Oldenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Aus polizeilicher Sicht handelt es sich bei dieser Art des Betrugs um eine Variante des Enkeltricks. Die Polizei rät auch beim Umgang mit Messenger-Diensten und Anrufen grundsätzlich zur Vorsicht:

Weitere Tipps der Polizei gegen den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/

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