Geschäftsführer von Euronics-XXL kritisiert Situation am Wildeshauser Westring

Viele Märkte offen, wenige dicht

Dichtes Gedränge auf dem Parkplatz: Beim Discounter Lidl am Westring ist es ebenso wie bei weiteren Lebensmittelgeschäften voll.
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Dichtes Gedränge auf dem Parkplatz: Beim Discounter Lidl am Westring ist es ebenso wie bei weiteren Lebensmittelgeschäften voll.

Wildeshausen – Wenn Dennis Böseleger, Geschäftsführer des Euronics-XXL-Marktes am Westring in Wildeshausen, aus dem Fenster seines Geschäftes schaut, dann bietet sich ihm seit Wochen ein Bild, das ihn zunehmend verärgert. „Wir sind derzeit neben zwei Möbelmärkten und einem Bekleidungsgeschäft die Einzigen hier, die nicht öffnen dürfen“, so der Inhaber des Elektronik-Fachmarktes.

Besonders verstörend findet er aber, dass sich auf den Parkplätzen der umliegenden geöffneten Märkte für Lebensmittel sowie Pflanzen – aber auch in den Geschäften selber – die Menschen drängen, um nach Herzenslust einkaufen zu können. Gleichzeitig muss der Euronics-Markt seine Türen geschlossen halten. Vor dem Eingang warten Kunden, die bestellte Waren abholen wollen.

„Alleiniger Pandemietreiber am Westring?“

„Im Umkreis von maximal 700 Metern ist die Ansammlung von Menschen in Massen erlaubt. Dort gibt es offenbar keine Pandemie – wie im Lebensmittelhandel seit zwölf Monaten anscheinend ja auch nicht – während ich meinen Fachmarkt schließen muss“, empört sich Böseleger mit sarkastischem Unterton. „Also bin ich offenbar der alleinige Pandemietreiber am Westring in Wildeshausen“, stellt er lapidar, aber auch sehr verärgert, in einem Facebook-Beitrag fest. „Wer merkt eigentlich nicht, wie schwachsinnig dieser ganze Wahnsinn ist?“, fährt er fort und wünscht sich, dass nicht nur der Wert der kumulativen Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Infektionen als Richtschnur für Maßnahmen verwendet werden sollte, um das öffentliche Leben zu öffnen oder einzuschränken. „In Berlin werden beispielsweise der Wert, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt, und die Belegung der Krankenhäuser herangezogen, um Maßnahmen abzustimmen“, so Böseleger.

Dennis Böseleger

Der Wildeshauser Geschäftsmann hat vor zwei Wochen an Landrat Carsten Harings geschrieben, um seinen Unmut zu äußern. „Wir sind etabliert am Markt. Aber wir sind an einem Punkt angekommen, an dem ich mir die Frage stelle, wo meine Perspektive ist“, schreibt er und verweist auf das Hygienekonzept in seinem Betrieb, das seiner Ansicht nach kaum besser sein könnte: Alle Mitarbeiter würden zweimal wöchentlich getestet, die Schichten wechselten regelmäßig, die Lüftungsanlage wälze die Luft im gesamten Markt zehnmal pro Stunde um, auf 2 000 Quadratmetern dürften sich maximal 30 Kunden gleichzeitig befinden, die Besucher würden über die Luca-App erfasst, und jeder Mitarbeiter trage eine sichere Maske.

„Auf den Punkt gebracht machen wir viel mehr als beispielsweise Gartencenter oder Lebensmittelmärkte“, so Böseleger zum Landrat. „Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, wieso wir schließen müssen! Dazu erwarte ich eine Antwort von Ihnen, die sich nicht nur auf die Landesverordnung bezieht, sondern auf eine Stellungnahme des Landkreises. Zudem haben wir die Befürchtung, dass die für uns angeordnete Schließung im Zuge der Sicherung systemrelevanter Versorgung zum Anschluss von Elektrogeräten und der Funktionstüchtigkeit von IT-, EDV- sowie Telekommunikationsanlagen dafür sorgt, dass diese nicht mehr sichergestellt ist.“ Er bitte darum, dass der Markt unter der Maßgabe „Click & Meet“ geöffnet bleiben dürfe. Eine Antwort hat Böseleger bislang nicht erhalten. Aktuell führt er sein Geschäft im „Click & Collect“ weiter.

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