Brief an alle Politiker mit Argumenten

Viele Gründe gegen Schulumzug

Die Busspur vor der Hunteschule bietet nicht genug Platz, um mehrere Busse gleichzeitig aufzunehmen. - Foto: dr

Wildeshausen - Ob es überhaupt zu einem Umzug der St.-Peter-Grundschule in die Liegenschaft der Hunteschule an der Heemstraße in Wildeshausen kommt, wird so schnell noch nicht entschieden. In einem Brief des Schulvorstandes an die Ratsmitglieder und den Bürgermeister, der unserer Redaktion vorliegt, zeigt Rektorin Brigitte Schmidt aber in zahlreichen Punkten auf, warum das Gremium mit einem Umzug keinesfalls einverstanden wäre.

So moniert der Schulvorstand, dass nach der bislang vorliegenden Planungsskizze acht allgemeine Unterrichtsräume in der Hunteschule vorhanden sind. Bis zum Jahr 2020 benötige die Schule aber für die bestehenden neun Klassen neun Unterrichtsräume. Der Eingangsbereich könne zudem nicht als Aula genutzt werden.

„Die St.-Peter-Schule veranstaltet regelmäßig einmal pro Woche ein Forum mit allen Schülern in der Aula. Dort werden Kinderfragen geklärt, Aufführungen durchgeführt, Informationen weitergegeben, Beiträge aus dem Unterrichtsgeschehen vorgestellt, Urkunden und Ehrungen ausgesprochen“, so Schmidt. „Dieses Forum bedarf eines ruhigen Rahmens, der in einem Eingangsbereich nicht erzielt werden kann.“

Nach Einschätzung des Schulvorstandes fehlen Räume für eine Küche, die Sozialpädagogin, die Schülerbibliothek, den Hort, die Verwaltung des Hortes sowie für den Bereich „Inklusion“. Das Lehrerzimmer sei in der Hunteschule zu klein für das Kollegium und der Schulhof für 200 Kinder nicht ausreichend.

„Weiterhin wird der Platz eingeschränkt durch die Tatsache, dass noch ein Unterstand installiert werden muss, der Platz für rund 70 Fahrräder bietet“, heißt es in dem Brief, der weitere mögliche Probleme auflistet: „Derzeit fahren 63 Schüler mit dem Fahrrad. Bei der Anfahrt muss sichergestellt werden, dass sie gefahrlos auf einem Radweg die Heemstraße befahren und vor der Schule gegebenenfalls mit einer Druckampel die Straße überqueren können“, betonen die Eltern und Lehrer. Zudem hätten momentan 95 Schüler einen Anspruch auf eine Busfahrkarte und würden zum Teil auch mit dem Bus zur Schule kommen. „Somit wird die Busschneise morgens und zweimal mittags von mindestens acht Bussen angefahren. Dafür ist sie zu klein, und es wird zu Staus kommen.“

Der Schulvorstand moniert weiter, dass im Gebäude die Zahl der Toiletten für die Mitarbeiter nicht ausreichend ist. Das gesamte Bauwerk sei zudem durch die vielen Treppenbereiche nicht behindertengerecht, die Verwaltung befinde sich im Obergeschoss, das für Behinderte nicht zu erreichen sei, es fehlten Behindertentoiletten sowie aus Sicherheitsgründen ein Hausmeisterraum im Eingangsbereich.

Grundsätzlich erwartet der Schulvorstand eine Schadstoffprüfung vor der Entscheidung für eine Übernahme der Schule und bittet alle Beteiligten darum, die Bedenken ernst zu nehmen. - dr

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