Leser reagieren auf Militärflüge

Viel Verständnis für Lärm durch die Bundeswehr

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Militärflugzeuge über Hockensberg, fotografiert von Anja Gremmert am Mittwoch um 10 Uhr.

Wildeshausen – Jagdbomber über Wildeshausen. Dieses Thema beschäftigt offenbar viele Menschen. Die Meinungen über die täglichen Flugübungen der Bundeswehr sind jedoch nach unserer Berichterstattung geteilt. So erzählte Jutta Kroll am Telefon, dass sie und ihr Mann vor zwölf Jahren unter anderem wegen des Lärms aus dem Großraum Frankfurt nach Groß Köhren gezogen seien. „Wir wollten Stille“, berichtete sie. „Doch seit dem Herbst gibt es hier sehr viele Flüge. Unsere Hunde sind mittlerweile sehr unruhig, wenn es wieder ein Grollen am Himmel gibt. Sie gehen gar nicht mehr raus.“

Den Lärm findet wohl niemand toll, doch viele Leser haben Verständnis für die Flüge. So heißt es auf der Facebookseite unserer Zeitung in einem Beitrag: „Die müssen ja üben und fliegen. Finde es nicht schlimm, ist ja auch nur ganz kurz. Früher gab es das täglich.“ Und ein anderer Leser bekräftigt: „Was für Flugzeuge ihr immer auch seht oder hört. In den 1980er-Jahren flogen die viel öfter und tiefer. Die Phantom, Tornado und A10 waren an der Tagesordnung. Damals wohnte ich noch auf dem Lande, und da waren auch noch öfter Manöver verschiedener Armeen. Seid froh, das der Flugplatz Ahlhorn nicht mehr im Betrieb ist.“

„Wir üben, um Ihre Sicherheit zu schützen“

Manch ein Bürger hat gar kein Verständnis für die Kritik an Militärflügen: „Mittlerweile fühlt man sich als Angehöriger der Streitkräfte in dieser Bevölkerung verraten und verkauft“, schreibt ein Leser bei Facebook: „Wir üben, um Ihre Sicherheit im Fall der Fälle zu schützen und auch zu bewahren. Selbst, wenn es Ihnen nicht passt. Zur Zeit ist nicht alles rosarot!“

Ein weiterer Leser erklärt: „Ich finde es sehr schade, wie die heutige Gesellschaft über die Bundeswehr und unsere Soldaten denkt. Ich habe oft die missbilligenden Blicke gesehen, wenn ein Soldat in Flecktarn auf dem Weg nach Hause war. Dass diese Männer im Ernstfall unser Land und Leben schützen, wird wohl vergessen. Oder, dass sie in Katastrophenfällen helfen. Mein Bruder war damals in Frankfurt/Oder beim Hochwasser hat Sandsäcke geschaufelt. Viele Freunde waren im Kosovo und haben schreckliche Dinge erlebt. Wir sollten uns mal ein Beispiel an anderen Ländern nehmen: Dort sind Soldaten Helden.“

„Lange keinen Flieger mehr gehört und gesehen“

Eine Wildeshauserin schreibt: „Bin in Ahlhorn mit Fluglärm aufgewachsen. 1994 bin ich hierher gezogen. Da hörte und sah man ab und an noch mal einen Flieger. Kann mich aber nicht erinnern wann ich das letzte Mal hier einen gehört und gesehen habe, außer dass ich mal sehr selten einen Überschallknall gehört habe.“

Es gibt aber auch vereinzelt Kritik an der Praxis der Bundeswehr. So schreibt eine Leserin: „Sie fliegen seit Mai 2018 täglich drei bis viermal von 8 bis 22 Uhr – mit Sondererlaubnis sogar bis nach Mitternacht.“ Aber sie dürfen eigentlich nur von 8 bis 12 und von 14 bis 20 Uhr Überschallflüge ausführen.“

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