Viel Swing, aber auch Balladen

Hamburger Musiker bringen „Eine kleine Jazzmusik“ auf Wildeshauser Bühne

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Das Hamburger Ensemble „Eine kleine Jazzmusik“ war zum ersten Mal zu Gast in Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Versuchen Sie nicht, die Füße ruhig zu halten, – das wird nicht klappen“, riet Volker Reckeweg von der Hamburger Formation „Eine kleine Jazzmusik“ am Samstagabend dem Publikum im voll besetzten Saal des Historischen Rathauses in Wildeshausen.

Und der Trompeter und Bandleader, der das Ensemble seit mehr als 30 Jahren anführt, behielt Recht.

Erster Auftritt in Wildeshausen ein voller Erfolg

Das Publikum kam beim Konzert der Wildeshauser Jazzfreunde voll auf seine Kosten. Höhepunkte waren die Songs, für die sich die energiegeladene Sängerin Nina Majer unter die Musiker mischte.

Das „nordische“ Ensemble war zum ersten Mal zu Gast in Wildeshausen. Mit dem „Swinging Hamburg Bang“ von Reckeweg legte es los. Die Eigenkomposition stellte eine Abwandlung von Count Basies „Swingin‘ the Blues“ dar. „Von uns gibt es heute Abend ganz viel Swing, aber auch einige ruhigere Balladen“, verkündete Reckeweg. So folgte dann gleich auch ein „sanfteres Stück“ mit „In a mellow tone“ von Duke Ellington.

„Big-Band-Feeling“ stand auf dem Programm

Die Band setzt mit ihrer stark besetzten Bläsersektion auf „Big-Band-Feeling“. Dazu gehörten auf der Wildeshauser Bühne neben Reckeweg das jüngste Mitglied Lisa Kathrina Stick sowie Helmar Marczinski, der abwechselnd an Klarinette und Saxofon zu hören war. Letzterer zeichnet auch für zahlreiche Arrangements im Repertoire verantwortlich, wie Reckeweg erklärte. Zur Bläsersektion gehört außerdem noch Posaunist Sebastian Hoffmann, der in Wildeshausen jedoch nicht dabei war. Den Bass bearbeitete Barbara Hörmann. Der „Maschinenraum“ am Schlagzeug gehörte Robby Schön. Am Piano schließlich flogen die Finger von Andreas Hinrichs über die Tasten.

Einen Sprung machten die Musiker nach den ersten Swingtiteln aus den 1930er-Jahren in die 50er zu „Walking Shoes“ von Gerry Mulligan. Dann stand der erste Auftritt von Sängerin Majer an.

Lieblich süße, aber auch klare, kräftige Stimme

Mit „Tea for two“ sang Majer vom Traum eines heimeligen Zuhauses für zwei Liebende. Mit lieblich süßer, aber auch klarer und kräftiger Stimme begann sie den Song „I’m discontented with homes that are rented, so I’ve invented my own“. Das Stück beschreibt diese „lovers‘ oasis“ in heimeligen Details, von den „pretty flowers“ über den „sugar cake“ bis zur Familiengründung: „A boy for you, a girl for me – Oh, can’t you see how happy we would be?“

Eine doch eher lockere Sicht auf die Liebe – oder auf das Vergessen einer Liebe – warf dagegen der Song „It’s alright with me“ von Cole Porter. Majer stellte dabei eine weitere Seite ihres gesanglichen Talents und ihrer energiegeladenen Präsenz unter Beweis. Bevor sie die Bühne erst einmal wieder verließ, begeisterte sie noch mit Cole Porters „My heart belongs to Daddy“. Reckeweg veriet, dass er den Lolita-Song in einem Marilyn-Monroe-Film entdeckt habe. Als Majer sah, dass er im Repertoire der Band war, sei sie sofort begeistert gewesen. „Mit dem Song verbindet sie etwas Persönliches“, so Reckeweg.

Am Freitag, 7. April, folgt mit der „Second Line Jazzband“ aus Schweden ein Highlight der Saison für die Jazzfreunde Wildeshausen im Kreismusikschulsaal.

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