Konzert von großer Klasse

BLOW: Von traditioneller Blasmusik über Blues bis zu Rock

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Dirigent Holger Becker und das Blasorchester Wildeshausen starteten vielseitig in die neue Spielzeit.

Wildeshausen - Rund hundert Zuhörer genossen am Samstagabend das Jahreskonzert des Blasorchesters Wildeshausen (BLOW) unter der Leitung von Holger Becker, das erstmals im Saal der Kreismusikschule über die Bühne ging. Johannes Rohde begrüßte nach dem Eröffnungsstück die Gäste. Durch das Programm führte Dirigent Becker selbst.

Zur Einstimmung auf das etwa zweistündige Konzert spielten die rund 40 Musiker die „Overture from Egyptian Nights“ von Anton Stephanovich Arensky in einem Arrangement von Victor López. „Arensky ist seinerzeit nicht so berühmt geworden, obwohl er ein sehr guter Komponist war“, informierte Becker das Publikum. Er habe mit Frédéric Chopin und Robert Schumann andere und moderne Vorbilder gehabt als die typischen russischen Komponisten. Vielleicht ist er gerade deshalb heute so beliebt. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Becker schmunzelnd dazu.

Umfangreiches Repertoire

BLOW hatte aber auch zahlreiche Komponisten aus der heutigen Zeit im Repertoire. Den Anfang machte der amerikanische Komponist und Pädagoge James Swearingen. „Im Jahr 1986 reiste er erstmals nach Japan und vertonte die bewegenden Eindrücke, die er dabei gewann“, erzählte Becker. Auf diese musikalische Reise durch Japan nahmen die Musiker das Publikum mit.

Die Zuhörer konnten sich vorstellen, wie die Großstadt Tokyo langsam zum Leben erwachte und die „völlige Dunkelheit“ während eines „prachtvollen Sonnenaufgangs“ verschwand, noch bevor der Reisende am Bahnhof angekommen war. Das „berauschende Schweben über den Gleisen“ im japanischen Schnellzug hatte der Komponist ebenfalls in Noten gefasst. Höhepunkt war die Begegnung mit dem majestätischen Mount Fuji, dem höchsten Berg Japans. Nach diesem für den Komponisten unvergesslichen Erlebnis ist die Komposition „A Vision of Majesty“ benannt.

Regie erheitert die Musiker mit lustigen Anweisungen

In einem ganz anderen jazzigen Stil erklang im Anschluss „The Blues Factory“ von Jacob de Haan. Der niederländische Komponist beschreibt damit den Niedergang der Textilindustrie im Osten der Niederlande. Der langsame, melancholische Blues mündete in der zweiten Hälfte des Stückes in einen jazzig-rockigen Stil. „Der Komponist endet mit einem optimistischen Blick in die Zukunft“, verriet Becker. Das Finale kam dem Schlagzeuger Jannis Hannekum zu, der das Stück mit einem rasanten kleinen Solo beendete.

Klassisch und gefühlvoll wurde es beim Star-Wars-Arrangement, das Beckers Musiker-Kollege Volker Bruder dem Orchester zur Verfügung gestellt hatte. „Wir hatten beim Proben sehr viel Spaß“, berichtete Becker. Das habe unter anderem an den recht lustigen Regieanweisungen gelegen, die der Arrangeur den Noten hinzugefügt hatte. So sollte das Thema der Prinzessin Leia beispielsweise „zart, aber intensiv und geheimnisvoll“ gespielt werden. Das Yedi-Thema dagegen musste „böse und gefährlich“ klingen. Bruder lehnte sein Arrangement an jazzig-poppige Versionen der klassischen Filmmusik von John Williams aus den 80er Jahren an.

Kinder- und Jugendorchester eingebunden

Mit dem italienischen Konzertmarsch „Vicus Mercati“ von Lorenzo Pusceddo entließ BLOW sein Publikum in die Pause. Seine große Bandbreite an unterschiedlichen Stilrichtungen bewies das Orchester dann auch wieder in der zweiten Konzerthälfte. Für die Liebhaber der klassischen Blasmusik durfte der „Böhmische Block“ nicht fehlen, unter anderem mit einem „Gruß an Böhmen“ und einer „Löffel-Polka“. Exklusiv war die „Wildeshauser-Geest-Edition“ des Stückes „Dem Land Tirol die Treue“ mit einem umgedichteten Text von dem Orchestermitglied Melanie Rohe zu hören. Mit dem Flamenco-Stück „Malaguena“ und den Medleys aus den Hits berühmter Musiker und Bands wie „Santana“ und „Queen“ zeigte sich wiederum die musikalische Vielfalt der Bläser.

Eingebunden in das Konzert waren auch das Kinderorchester und das Jugendorchester der Musikschule unter der Leitung von Ingo Poth. Nach der Pause gaben die Kinder und Jugendlichen jeweils ein kurzes Zwischenspiel.

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