Betrug um Holz und Autoreparaturen

Viel bestellt, aber kaum etwas bezahlt

Wildeshausen - Wenn man mehreren Zeugen Glauben schenken darf, dann hat ein Wildeshauser Geschäftsmann seit 2009 mit immer ähnlicher Masche zahlreiche Holzlieferanten in ganz Deutschland und eine Autowerkstatt in Wildeshausen um hohe Geldsummen betrogen.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft bestellte der 44-Jährige wiederholt Konstruktionsholz in großen Mengen, ließ es an Kunden liefern, kassierte von ihnen das Geld und unterließ es in vielen Fällen, den Lieferanten zu bezahlen. So stellte es sich auch in der zweiten Verhandlung vor dem Amtsgericht dar, als die Ehefrau eines Sägewerkbesitzers aus Ehrenberg (Rhön) schilderte, dass so 2009 und 2010 rund 88.000 Euro an offenen Rechnungen aufgelaufen waren, die den Familienbetrieb in arge Schwierigkeiten gebracht hatten.

Die Firma hatte sogar einen Detektiv engagiert, weil eine Kontaktaufnahme zu dem Wildeshauser nicht möglich war. Danach hatte es 2012 ein schriftliches Schuldanerkenntnis des Wildeshausers gegeben, die monatlich zugesicherten Zahlungen blieben aber nach Angaben der Frau aus. „Es wurde nichts überwiesen“, beteuerte sie. Der Angeklagte hingegen sagte: „Ich zahle monatlich 250 Euro. Das kann ich belegen. Die Unterlagen liegen nur gerade beim Finanzamt.“

Keine Reaktion vom Käufer

Es gibt jedoch einige andere Rechnungen, die offenbar auch nicht bezahlt wurden. So gab der 44-jährige am 21. März 2014 seinen BMW bei einer Wildeshauser Autowerkstatt ab. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ließ sich der Mann seinen Wagen für 995 Euro reparieren. Wenige Tage später, am 2. April, entstanden zudem weitere Reparaturkosten in Höhe von 701 Euro. Der Inhaber der Werkstatt schilderte, dass er beide Rechnungen nach Abschluss der Arbeiten persönlich ausgehändigt hatte. Der Angeklagte habe einen soliden Eindruck gemacht. Deshalb habe er auch Vertrauen gehabt, als der Mann erklärte, eben Bargeld holen zu wollen, um die Rechnungen zu begleichen. Der Wildeshauser verschwand mit Auto, Kraftfahrzeugschein und Schlüsseln und tauchte nicht wieder auf. Auf Forderungen eines Inkassobüros reagierte er nicht.

Auch hier erklärte der Angeklagte ebenso wie bei mehreren Holzlieferungen, dass die Rechnungen nicht an die richtige Adresse gegangen seien und deshalb nicht bezahlt wurden. Der Inhaber der Autowerkstatt konnte jedoch zwei Visitenkarten vorlegen, die den Namen des Angeklagten zeigten. Es gab also keinen Grund, die Rechnungen woanders hinzuschicken.

Am 29. Juni wird nun weiter verhandelt. Zu diesem Termin ist auch der Detektiv geladen, der sich für das Sägewerk auf die Spur des Angeklagten gesetzt und die Schuldanerkenntniserklärung des Wildeshausers verfasst hatte. Dort sollten auch die regelmäßigen Zahlungen für das Sägewerk eingehen – von denen deren Besitzerin aber wohl bislang nichts gesehen hat.

dr

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